Behörden-Durchgriff

Keine Rentenzahlungen mehr an Tote

Anfang Juni hatte die griechische Regierung eingeräumt, dass für Tausende tote Griechen Rente gezahlt werde. Jetzt, zwei Monate später, werden die ersten Konsequenzen gezogen.
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Akropolis in Athen. Quelle: dapd

Akropolis in Athen.

(Foto: dapd)

AthenIm schuldengeplagten Griechenland hat die größte Rentenkasse Auszahlungen an 1.473 Rentner über 90 Jahre eingestellt, nachdem sich herausgestellt hat, dass Empfänger nicht mehr am Leben waren. Wer solche Zahlungen illegaler Weise eingesteckt habe, werde verklagt, teilte die staatlich betriebene Sozialversicherungskasse am Donnerstag mit. Zudem wolle die Kasse versuchen, sich 1,9 Millionen Euro zurückzuholen, die auf die Konten der Verstorbenen überweisen worden seien.

Der Ankündigung am Donnerstag waren noch andauernde Betrugsermittlungen vorausgegangen. Beamte fanden heraus, dass rund 9.000 über 100-jährige Griechen Renten erhielten. Dem jüngsten Zensus aus dem Jahr 2001 zufolge sind aber weniger als 1.700 Griechen älter als 100.

Den Renten-Fauxpas hatte die griechische Regierung Anfang Juni öffentlich eingeräumt. Damals hatte Arbeitsministerin Louka Katseli erklärt, dass allein 4.500 inzwischen verstorbene Angestellte im öffentlichen Dienst noch Geld erhielten, was die Steuerzahler jährlich mehr als 16 Millionen Euro koste.

Das Problem ist der chaotischen Verwaltung des hochverschuldeten Landes schon lange bekannt - in den Griff bekommen hat sie es bisher aber nicht. Bereits im August 2010 hatte der Vizeminister für Arbeit und Soziales, Giorgos Koutroumanis, der Athener Presse versichert, der Staat werde juristisch gegen alle vorgehen, die "vergessen hätten", den Tod ihrer Verwandten zu melden.

Eine genauere Untersuchung ergab damals immerhin schon: In mindestens 320 Fällen wurde die Rente an Bankkonten gezahlt, auf denen gar keine Transaktionen mehr stattfinden, oder die seit Jahren nur noch von Kindern oder anderen Bevollmächtigten genutzt wurden.

Sozialbetrug ist in Griechenland weit verbreitet und wird durch die schlechte Buchführung der Behörden erleichtert. Viele Griechen melden den Tod ihrer Angehörigen nicht an die Rententräger, um weiter das Geld zu erhalten. Der Kampf gegen den Sozialbetrug sei eine Möglichkeit zum Sparen, ohne dass die Bevölkerung zusätzlich belastet werde, sagte Katseli. "Haushaltskonsolidierung ohne soziale Kosten ist machbar, wenn Wille, Durchhaltevermögen und Effizienz vorhanden sind", sagte sie. Das Arbeitsministerium muss von 2012 bis 2015 jährlich etwa acht Milliarden Euro sparen.

  • dapd
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10 Kommentare zu "Behörden-Durchgriff: Griechenland stoppt Rentenzahlungen an Tote"

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  • Ist die Zahlung der Rente an tote Griechen gestoppt worden?
    Man hat davon nichts mehr gehört.

    Viele Dank für eine Rückmeldung.

  • das sollten wir auch endlich tun

  • ausgezeichnet! Dem ist nichts hinzuzufügen!

  • Alexis Sorbas hätte das nicht anders gemacht...

  • sehr beruhigend diese griechische Erfolgsmeldung aus einer nichtexistierenden Vewaltung. es geht voran....

  • @ UlrichKram,
    zu den Zuwendungen an "rententote Griechen" kann ich nichts sagen, aber...
    ...über Krankenkassenbeiträge aller Pflichtversicherten werden nachzugsberechtigte Personen in ihrem Heimatland medizinisch versorgt damit sie von ihrem Recht des Nachzugs und Familienzusammenführung nach Deutschland keinen Gebrauch machen.
    So gesehen müssen Politiker diese Ausländer richtig gehend hassen, leisten sie doch keinen Beitrag zur dieser Regelung.

  • Das habe ich jetzt nicht ganz verstanden... Der deutsche Steuerzahler zahlt für die rententoten Griechen, sprich: Karteileichen seit Jahren 16 Millionen Euro zum Ausgleich in deren Kasse, damit sich daran nichtarbeitende Familienangehörige bereichern?

  • Da stimme ich Ihnen vollkommen zu. Wenn man bedenkt, dass Papandreou 23 Mrd gemacht hat, indem er auf den eigenen Staatsbankrott wettete und der griechische Finanzminister 2008 schon geschrieben hat, dass Griechenland pleite ist und Betriebe privatisieren müsste - er das aber nicht machen werde, da die EU und vor allem Deutschland zahlen werden..............ja, da fällt einem nichts mehr ein.

    Die Politiker wissen doch genau was Sache ist, aber ihr geliebtes, häßliches EU- und Euro-Baby wollen sie behalten.

    Wird aber nichts helfen - wir müssen zurück zum eigenen Stamm. Zurück zur DM!

    Der normale Grieche wird sich vor der Steuerzahlung drücken wollen und lieber Fakelaki an die Steuereintreiber zahlen, so, wie es dort wohl schon ewig üblich ist. Manchmal frage ich mich, ob wir das in D nicht auch einführen sollten. Denn unsere Politiker verschenken das deutsche -Steuergeld in Mrd-Höhe, handeln gegen jegliche Verträge und werden nicht mal in Haft genommen.

    Wenn das ein Normalbürger tun würde.............

  • So sehe ich das auch. Man hat willkürlich verschiedene Systeme und Völker in einen Topf geworfen und eine Brühe erzeugt, die ungenießbar ist.

    Wer übernimmt die Verantwortung, wenn es deswegen richtig scheppern sollte? Natürlich niemand. Jeder will dann schon frühzeitig gewarnt haben und ein paar Tage zuvor waren es noch "sehr gute" EudSSR-Günstlinge.

  • Ist doch nur die Spitze des Eisbergs...
    Da hat man mal den skandalösesten Fall rausgesucht, um jetzt Aktionismus zu demonstrieren, auf dass der Rubel aus Euroland weiter ins Land rollen möge und der deutsche Mob ruhgiggestellt ist (ja, die machen ja was!)
    Und was ist mit dem Blindengeld, das an Sehende gezahlt wird; die Beamtenpensionen, die an unverheiratete Töchter vererbt werden; die 18 Monatsgehälter noch für den letzten Pförtner in den zahllosen Ämtern, die grotesken Gehaltszulagen z.B. für Händewaschen, für pünktliches Erscheinen am Arbeitsplatz, fürs Bleistiftanspitzen etc. pp.
    Was ist mit der Öffnung der "freien Berufe", dem Fehlen jeglicher Steuererhebungsbasis, keine Kataster und Grundbücher; die ganzen Subventionsbetrügereien zur Erschleichung von EU-Geldern etc. pp.
    Nix! Nur vollmundige Versprechen.
    Als wenn man sich auf Frösche verlassen könnte, die einen Sumpf kontrolliert trockenlegen wollen...
    Ceterum censeo, Deutschland muss den Euroraum verlassen und einen Neuanfang wagen...
    Griechenland den Griechen!

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