Behörden spielen Gewalt herunter
Usbekistan: Bis zu 500 Todesopfer

HB BERLIN. In einer Schule in der ostusbekischen Provinzhauptstadt Andidjan sind nach Angaben einer Ärztin 500 Leichen von Opfern der Unruhen aufgebahrt worden. Das Gebäude werde vom Militär bewacht, sagte die Augenzeugin am Sonntag. Bewohner der Stadt seien dabei, die Toten zu identifizieren. Die Zahl der Verletzten schätzte die Ärztin auf 2000. Andere Augenzeugen gingen 200 bis 300 Toten aus.

Beobachter vermuten, dass die usbekischen Behörden das Ausmaß der Gewalt herunterspielen wollen. Die genaue Zahl der Toten solle geheim gehalten werden, viele Leichen seien aus Andidschan an unbekannte Orte gebracht worden, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Journalisten seien gezwungen worden, die Stadt zu verlassen.

In Andidschan herrschte am Sonntagmorgen gespannte Ruhe. Die Demonstranten zogen sich Augenzeugenberichten zufolge von dem zentralen Platz in der Stadtmitte zurück, in den Straßen patrouillierten Soldaten.

In der Stadt Karassu an der Grenze zu Kirgisien, wo es ebenfalls zu Ausschreitungen gekommen war, habe inzwischen die Polizei die Kontrolle übernommen, berichtet die russische Agentur Ria-Nowosti. Am Samstag hatten dort Demonstranten ein Gebäude der Finanzpolizei gestürmt, Fahrzeuge in Brand gesetzt und Grenzpolizisten verprügelt, wie ein kirgisischer Beamter mitteilte.

Tausende Menschen versuchen unterdessen aus Usbekistan ins benachbarte Kirgisien zu fliehen. Kirgische Grenzpolizisten wiesen rund 6000 Usbeken zurück.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%