Bei Ansteckungsgefahr
Ökonomen fordern Eingreifen der EZB gegen Griechen-Virus

Ist Griechenland noch zu retten? Die Frage hängt wie eine düstere Wolke über Europa. Ökonomen rechnen bereits mit dem Schlimmsten – und erwarten, dass die EZB andere Krisenländer vor dem Griechen-Virus abschirmt.
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DüsseldorfFührende Ökonomen in Deutschland halten ein Eingreifen der Europäischen Zentralbank (EZB) für unausweichlich, sollte die Ansteckungsgefahr für andere Krisen-Länder wegen der Griechenland-Krise steigen. „Wenn sich Griechenland ins Chaos stürzt, besteht die Gefahr, dass Italien und Spanien endgültig angesteckt werden. Dann würden der  Rettungsfonds EFSF und die Europäische Zentralbank eingreifen“, sagte der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, Handelsblatt Online.

Der Direktor des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), Klaus Zimmermann, sieht die europäischen Institutionen sogar in der Pflicht einzugreifen, falls es im Zuge eines möglichen Griechenland-Bankrotts auch in anderen europäischen Wackelstaaten wie Portugal, Spanien, Italien  zu einem Bank-Run kommen sollte. „Der EFSF und die EZB müssten und würden neben den Nationalstaaten einspringen, um die Lage in diesen Staaten zu stabilisieren“, sagte Zimmermann Handelsblatt Online. „Die Kapitalisierung der Banken, notfalls durch die Nationalstaaten, würde das Schlimmste verhindern.“

Anders sähe es für griechische Finanzinstitute aus. „Auch mit einer neuen Währung käme es nicht rasch zu einer Stabilisierung der Lage. Das Vertrauen in die Banken wäre weg“, sagte Zimmermann. „Es käme zu Bankenpleiten und die Wirtschaft würde in Folge weiter kollabieren.“

Griechenland gerät derweil wegen der Pläne für ein Referendum über die Finanzhilfen immer mehr unter Druck. Zahlreiche europäische Spitzenpolitiker brachten auch heute wieder ihren zum Teil erheblichen Unmut über das Vorhaben zum Ausdruck. Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ zunächst über Regierungssprecher Steffen Seibert erklären, sie wäre gern im Vorfeld über das Referendum informiert worden. Später sagte sie dann, man habe mit Athen vergangene Woche ein Programm vereinbart. Nun brauche man Klarheit darüber, dass es auch umgesetzt werde. Darum komme es heute in Cannes, im Vorfeld des G-20-Gipfels, zu einem weiteren Treffen in der Sache.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso erklärte, wenn die Griechen den europäischen Rettungsplan ablehnten, hätte das unvorhersehbare Konsequenzen. Frankreichs Europaminister Jean Leonetti forderte, den Bürgern in Griechenland die Frage zu stellen: "Wollen Sie in der Euro-Zone bleiben oder nicht?" Der niederländische Finanzminister Jan Kees de Jager stellte die Auszahlung der nächsten Hilfs-Rate an Athen in Frage. In Athen beharrte der griechische Regierungssprecher darauf, dass Ministerpräsident Giorgos Papandreou die europäischen Partner sehr wohl über die Absicht informiert habe, ein Referendum abzuhalten.

Der renommierte Krisenökonom Max Otte erwartet ebenfalls, dass der EFSF und die EZB im Fall der Fälle als Finanzfeuerwehr eingreifen, auch um die griechischen Banken aufzufangen. „Ja, das wäre anzuraten“, sagte der Wirtschaftsprofessor an der Fachhochschule Worms Handelsblatt Online. In Einzelfällen werde das auch für andere europäische Banken notwendig sein, betonte er. „Aber dann sollten die Staaten wie Frankreich doch bitte ihre Banken selber retten und rekapitalisieren“, fügte Otte hinzu.

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  • Draghi, der neue EZB-Präsident kennt sich bestens aus. Er wird es schon richten.

    War Herr Draghi nicht der Berater der Griechen? Jetzt ist er unser EZB-Präsident. Eine eigenartige Karriere, oder?

  • Frankreich instrumentalisiert Deutschland

  • Ich darf zwei nicht-sozialistisch-keynesianische Ökonomen zitieren:

    "Je größer der Papiergeld-Reichtum der Welt, desto größer die Armut, die ihm folgen wird." - Roland Baader

    Wir werden niemals Inflation verhindern können, solange wir der Regierung nicht das Monopol der Geldausgabe wegnehmen. - Friedrich A. Hayek

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