Bei dem Treffen werden keine Entscheidungen getroffen
Nato-Verteidigungsminister beraten sich

Die Nato will die Bedrohung durch Terrorismus und Massenvernichtungswaffen eindämmen. Die Nato-Verteidigungsminister beraten in Colorado Springs darüber, inwieweit das Verteidigungsbündnis in der Lage ist, auf solche Gefahren angemessen zu reagieren.

HB COLORADO SPRINGS/BRÜSSEL. Die Verteidigungsminister der Allianz wollten zu Beginn ihres zweitägigen informellen Treffens im amerikanischen Colorado Springs anhand einer militärischen Studie darüber beraten, ob die Streitkräfte der Bündnispartner auf solche Gefahren angemessen reagieren können. Als weitere Themen des ersten Sitzungstages waren die Lage in Afghanistan und auf dem Balkan vorgesehen. Bei dem Treffen in den USA werden keine Entscheidungen getroffen.

Nach Angaben von US-Verteidigungsexperten sollte den Ministern das - als geheim klassifizierte - Krisen-Szenario namens „Dynamische Reaktion „07“ präsentiert werden. Dabei handelte es sich nach Nato-Angaben um eine fiktive gefährliche Situation in irgendeinem Land im Jahr 2007. Die Minister und deren Spitzenmilitärs wollten beraten, ob die Instrumente einer modernisierten Allianz - wie beispielsweise die 2006 einsatzbereite NATO-Reaktionstruppe - in der Lage seien werden, auf solche Gefahren zu reagieren. Auf dem Nato-Gipfel im vergangenen November hatte sich das Bündnis verordnet, Ausrüstung, Truppen und Kommando flexibler und schlagkräftiger zu machen. Die während des Kalten Krieges aufgebauten militärischen Kapazitäten hält die Allianz inzwischen für überholt und zu statisch.

In diesem Zusammenhang stand ein Zwischenbericht über die Nato-Reaktionstruppe, die später etwa 21 000 Mann stark sein soll, auf der Tagesordnung. Deren erste Einheiten sollen Mitte Oktober einsatzbereit sein. Zudem sollte nach Angaben aus Nato-Kreisen beraten werden, wie die Bündnispartner künftig ihre Streitkräfte für internationale Einsätze weiter umbauen müssen.

Beim Thema Afghanistan wollten die Minister über die geplante Ausweitung des von der Nato geführten ISAF-Einsatzes über die Hauptstadt Kabul hinaus beraten. Die 19 Bündnispartner hatten am Montag den bevorstehenden Einsatz der Bundeswehr in der nordafghanischen Stadt Kundus unter dem Dach der internationalen Schutztruppe ISAF gebilligt. Die Uno muss noch zustimmen.

Bei den laufenden Einsätzen der Allianz auf dem Balkan dürfte der SFOR-Einsatz im Mittelpunkt der Gespräche stehen. Es wurde erwartet, dass sich die Minister grundsätzlich auf eine Übernahme von SFOR durch die Europäische Union verständigen. Von Mitte des kommenden Jahres an könnten dann unter britischer Führung 6000 Soldaten weiter für Stabilität in Bosnien sorgen. Derzeit sind etwa 13 000 Soldaten unter Nato-Kommando im der SFOR im Einsatz, die meisten kommen aus EU-Staaten. Elf der 15 EU-Staaten sind Nato-Mitglieder.

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