Bei einer Pleite: EU will auch wohlhabende Bankkunden schützen

Bei einer Pleite
EU will auch wohlhabende Bankkunden schützen

Für Einlagen bis 100.000 Euro garantiert der Staat. Wer mehr auf dem Konto hat, muss bei einer Bankpleite um sein Geld bangen. Die EU will nun eine „Präferenz“ für alle Kunden schaffen. Gläubiger müssten hinten anstehen.
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BrüsselDie EU-Kommission will nach Informationen des Handelsblatts nicht nur kleine Sparer vor den Folgen von Bankpleiten schützen, sondern auch wohlhabende Anleger bevorzugt behandeln. Die staatliche Garantie für Sparkonten bis zu 100.000 Euro reiche nicht aus, hieß es in EU-Kommissionskreisen. Wenn die Inhaber größerer Konten bei einer Schieflage ihrer Bank um ihre Einlagen fürchten müssten, dann würden sie womöglich die Schalter stürmen und ihre Konten räumen. Um diese Gefahr auszuschließen, müsste es eine „Präferenz“ für alle Einleger geben.

Einen entsprechenden Passus will die EU-Kommission in den bereits vorliegenden Richtlinienentwurf zur Bankenabwicklung einfügen. Das bedeutet, dass Kontoinhaber in der Haftungskaskade besser gestellt würden als die Gläubiger mit Vorrang-Status. Für diese Gläubiger wiederum würde sich das Verlustrisiko deutlich erhöhen.

Die EU-Finanzminister beraten am morgigen Dienstag in Brüssel über den Vorstoß der EU-Kommission. Großbritannien und Frankreich hätten sich bereits im Vorfeld gegen die Besserstellung wohlhabender Anleger ausgesprochen, sagten EU-Diplomaten. Beide Länder wollen im Falle einer Bankenpleite auch künftig selbst darüber entscheiden, ob und welche Sparer sie an den Abwicklungskosten beteiligen. Einheitliche EU-Regeln dazu lehnen sie ab. Die EZB und die irische EU-Präsidentschaft würden hingegen eine gesetzliche Besserstellung auch großer Guthaben unterstützen, hieß es in Brüssel.

Kommentare zu "EU will auch wohlhabende Bankkunden schützen"

Alle Kommentare
  • Warum verbreiten sie Lügen ? Es gibt keine staatliche Garantie.Es sind nur politische versprechen die in kein Gesetz verankert sind.Der Staat haftet für keinen Cent.
    Pfff !

  • bei einer Bankpleite ist sehr wohl alles Geld weg, bei einer länderpleite sowieso. es ist reines wischiwaschi was uns da treuherzig erzählt wird. es soll nur dazu dienen, dass keiner sein Geld abbeht. Gesetze zur Enteignung hat die FDP schon schreiben lassen. nach dem bankinsolvenzgesetz sind die kundengelder Eigenkapital der Bank. Selbst die 13 Billionen REPO helfen den Banken nicht.

  • Es gelten die Maastricht-Kriterien nicht mehr, es gilt die No-Bail-Out-Klausel aus dem Lissabonner Vertrag nicht mehr ... und jetzt gilt auch das Insolvenzrecht nicht mehr - gibts irgendwann in dieser EU noch irgendein Gesetz das gilt? Sollen wir nicht einfacher gleich wieder den Feudalismus einführen und machen die Goldman Sachs Manager zu erblichen Monarchen? Dann könnten wir uns diese unfassbaren Pseudo-Demokratie-Spielchen endlich sparen ...

  • @ Hans_Kammerer

    Sie haben Recht, diese von der Presse immer wieder verbreitete sogenannte Garantie gibt es nicht!

    Ich schreibe das hier zum wiederholten mal:
    Christian Ströbele(Grüne) hat die Bundesregierung zur Rechtslage der "Garantie"-Erklärung von Merkel zu deutschen Sparguthaben befragt.
    In der Drucksache 16/10510, Frage 35, wurde sein Anliegen und die Antwort der Staatssekretärin Nicolette Kressl dokumentiert.
    Die Antwort lautet: "Die Erklärung zur Garantie der privaten Spareinlagen sei eine rein politische Erklärung. Hieraus lässt sich für die Bürger keine rechtsverbindliche und damit selbstständig einklagbare Garantieerklärung ableiten."

    Ganz nebenbei lernen wir also daraus, daß alle Aussagen unserer Politiker als politische Erklärungen zu verstehen sind, die selbstverständlich nichts mit der Wahrheit zu tun haben müssen!!

  • "Für Einlagen ab 100.000 Euro garantiert der Staat." Das steht so in keinem einzigen Gesetz. Wie kommen Sie darauf? Mich würde der konkrete Paragraf interessieren.

  • Das Problem ist doch, dass die angebliche "staatliche Garantie bis 100.000 Euro" lediglich Augenwischerei ist. Wie knapp waren in Zypern die kleinen Sparer davor, also diejenigen mit Guthaben bis 100.000, auch teilenteignet zu werden. Es wurde bis zuletzt gefeilscht auch den Kleinstanlegern schon etwas weg zu nehmen.
    Wenn also in den Medien von einer Staatsgarantie für Einlagen bis 100.000 Euro innerhalb der EU oder Eurozone die Rede ist, so steht diese Garantie auf demselben Niveau wie Merkels/Steinbrücks Garantie wonach die "Spareinlagen in Deutschland sicher wären". Im Ernstfall ist diese Garantie juristisch nämlich nichts wert. Allein der Rechtsstreit zur Klärung der Rechtslage würde im Schadensfalle, mehrere Instanzen vorausgesetzt, mehrere Jahre dauern und der Clou an der Sache, angenommen ein Sparer hätte 300.000 Euro verloren und damit fast sein gesamtes Vermögen, wäre der Streitwert und damit die Anwalts und Gerichtskosten über mehrere Instanzen so hoch und der Anleger mittlerweile so pleite, dass ein Prozess höchstwahrscheinlich gar nicht erst begonnen worden wäre.
    Diese Staatsgarantie ist, solange nicht in Gesetzesform gegossen und durch die zuständigen Legislativorgane formal in Gesetzesform gegossen, praktisch nichts wert.

  • Zitat: “Die staatliche Garantie für Sparkonten bis zu 100.000 Euro reiche nicht aus, hieß es in EU-Kommissionskreisen.” Man hat den Eindruck dass in “EU-Kommissionskreisen” jeder Praktikant mal was sagen darf. Diese verschrobene Idee ist doch das genaue Gegenteil dessen, was man in Zypern praktizieren wollte, naemlich allen Guthabenbesitzern etwas wegzunehmen und die Anleihebesitzer (naemlich die Banken) zu schonen. Zum Schluss hat man nur den “wohlhabenden” Guthabenbesitzern zweier Pleitebanken etwas weggenommen.

    Und wie haette es in Zypern dann nach den Vorstellungen des Praktikanten gemacht werden sollen?

  • Für Einlagen ab 100.000 Euro garantiert der Staat. Wer mehr auf dem Konto hat, muss bei einer Bankpleite um sein Geld nicht bangen.

  • EU will wohlhabende Bankkunden schützen - Wer´s glaubt wird selig!
    Durch die zu gründende Bankenunion werden sie ganz legal unsere Konten zur Sanierung heranziehen.So sieht die Realität aus.Die Raffgier der Eurokraten kennt keine Grenzen,und die meisten Bürger sind leider überfordert und glauben jeden politschen Unsinn von Schäuble&Co. Es gibt keine Notwendigkeit für eine Bankenunion!

  • Wahrscheinlich gehts bei diesem sinnlosen EU-Gesabbel letztlich nur wieder mal darum, wie man den Schaden geräuscharm möglichst weitestgehend bei der EZB (also Deutschland) abladen kann. Und die Durchgeknallten Berliner Eurofanatiker nicken wieder alles ab. Hat der Bundestag eigentlich einen Hauspsychologen? Der sollte mal Beratungen zum Stockholm-Syndrom anbieten! Ich glaube die Geiselnahme Deutschlands durch Club Med und ihre EZB hat schon zu schweren Schäden geführt (besonders Asmussen und Schäuble verhalten sich auffällig):

    "Unter dem Stockholm-Syndrom versteht man ein psychologisches Phänomen, bei dem Opfer von Geiselnahmen ein positives emotionales Verhältnis zu ihren Entführern aufbauen. Dies kann dazu führen, dass das Opfer mit den Tätern sympathisiert und mit ihnen kooperiert." (http://de.wikipedia.org/wiki/Stockholm-Syndrom)

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