Bei Investitionen auf dem Kontinent hinkt China noch zurück
China führt Afrikas Neu-Entdeckung an

Spitzenpolitiker aus über achtzig afrikanischen und asiatischen Ländern treffen sich ab Donnerstag in Jakarta, um eine Brücke zwischen beiden Kontinenten zu schlagen und eine neue Süd-Süd-Kooperation zu begründen.

HB KAPSTADT/NEU DELHI. Wirtschaftlich hat Chinas Aufschwung längst eine engere Kooperation zwischen Afrika und Asien angeschoben. Politisch steht die Zusammenarbeit noch ganz am Anfang. Sie bekommt durch das von Indien, China, Brasilien und Südafrika angeführte Erstarken der großen Schwellenländer (G20) bei den Welthandelsgesprächen aber immer mehr Bedeutung.

Historisch knüpft die zweite Asien-Afrika-Konferenz in der indonesischen Hauptstadt an den legendären Bandung-Gipfel vor 50 Jahren an, der zur Geburtsstunde der Blockfreien-Bewegung wurde. Damals hatten sich in Bandung Staatsmänner wie Chou Enlai, Jawarhalal Nehru, Ho Chi Minh und Gamal Abdel Nasser getroffen und nach einem "dritten Weg" zwischen US-Kapitalismus und Sowjet-Sozialismus gesucht. Aufbruchstimmung markierte diese erste internationale Konferenz von Entwicklungsländern, die gerade der Kolonialzeit entronnen waren. Inzwischen ist der Kalte Krieg vom Krieg gegen den Terror abgelöst worden; der von hehren Prinzipien geprägte "Geist von Bandung" ist längst verflogen. Die größte Aufmerksamkeit bei dem Folge-Gipfel erhält bezeichnenderweise der Streit zwischen Japan und China unter dem Vorzeichen neu aufflammenden Nationalismus.

Ein Ziel der Konferenz ist die Stärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen beiden Kontinenten. Zwar hat sich die Entwicklungskluft zwischen Asien und Afrika in den vergangenen 50 Jahren stark vergrößert. Aber das hohe Wachstum in Fernost hat neue Kooperationschancen eröffnet. Bereits 13 Prozent aller afrikanischen Exporte gehen nach Asien. Treibende Kraft hinter dem aufblühenden Handel ist Chinas Heißhunger auf Rohstoffe. Das Gesamtvolumen des chinesisch-afrikanischen Handels steigt seit 2001 jedes Jahr um mehr als 30 Prozent - und wird jetzt auf fast 30 Mrd. $ geschätzt.

Bei Investitionen auf dem Kontinent hinkt China noch zurück. Doch beobachtet die Weltbank seit 2000 auch hier einen phänomenalen Anstieg. "In fünf Jahren könnte China zu den drei größten Investoren des Kontinents zählen", sagt Iraj Abedian, ein südafrikanischer Wirtschaftsexperte. "China braucht Rohstoffe aus Afrika und Afrika braucht billige Fertigwaren aus China", ergänzt der chinesische Geschäftsmann Hansen Luo, der seit acht Jahren eine Mine in Südafrika betreibt, "das ist eine ideale Kombination".

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