Bei US-Staatsbesuch
Indiens Premier kritisiert Chinas Wachstumskurs

Indiens Premier Manmohan Singh hat bei seinem Staatsbesuch in den USA ungewohnt deutlich die zunehmende Rivalität seines Landes mit China angesprochen. Zwar sei Indiens Wirtschaftswachstum nicht so beeindruckend wie Chinas. Trotzdem würde er „mit Sicherheit nicht Chinas Wachstumsmodell wählen“, das durch die Befehle einer regierenden Gruppe in einem undemokratischen Rahmen geprägt sei.
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NEU-DELHI. Die Äußerungen Singhs vor dem einflussreichen US-Studienzentrum Council on Foreign Relations zeigen, dass Indien das Bemühen von US-Präsident Barack Obama um engere Beziehungen mit China skeptisch sieht. Indien als größte Demokratie der Welt sieht sich als der natürliche Partner der USA in Asien und befürchtet einen Bedeutungsverlust gegenüber China.

Es gebe noch andere Werte als das Wirtschaftswachstum: den Respekt vor den Menschenrechten, der Rechtsstaatlichkeit und einer multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft, betonte Singh. Obama versuchte, Indiens Furcht vor einem Bedeutungsverlust zu zerstreuen. Die amerikanisch-indischen Beziehungen seien eine der „entscheidenden Partnerschaften des 21. Jahrhunderts“. Singh ist der erste ausländische Regierungschef, der von Obama offiziell als Staatsgast empfangen wurde.

Beiden Ländern gelang es allerdings nicht, die letzten offenen Fragen ihres 2005 geschlossenen Nuklearpakts zu klären. Trotz hektischer Verhandlungen im Vorfeld des Treffens konnten sich die Regierungen nicht auf die Bedingungen eines Abkommens über die Wiederaufbereitung von amerikanischem Nuklearmaterial einigen. Die USA wollen die zivile Nutzung durch Kontrollen entsprechend dem US-Atomenergiegesetz durchsetzen. Indien, das den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet hat, geht das zu weit.

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