Beirut
Demonstranten greifen Sitz der libanesischen Regierung an

Im Libanon ist es am Rande der Trauerfeier für die Opfer eines verheerenden Bombenanschlags zu Ausschreitungen gekommen. Hunderte Demonstranten versuchten, den Regierungssitz in der Beiruter Innenstadt zu stürmen.
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BeirutAnlässlich der Beisetzung des libanesischen Polizeigenerals Wissam al-Hassan haben am Sonntag in Beirut tausende Oppositionsanhänger gegen Syrien protestiert. Die Polizei ging auf dem zentralen Märtyrer-Platz mit Tränengas gegen Demonstranten vor, die den Regierungssitz zu stürmen versuchten. Al-Hassan, der durch seine Ermittlungen den Zorn Syriens auf sich gezogen hatte, war bei einem Anschlag am Freitag getötet worden.

Die Polizei feuerte in die Luft und setzte Tränengas ein, um Demonstranten aufzuhalten, die nach der Beisetzung des Polizeigeheimdienstchefs in der Al-Amin-Moschee am Rande des Märtyrer-Platzes zum nahegelegenen Regierungssitz vorzudringen versuchten. Zu der Kundgebung hatten der Oppositionsführer Saad Hariri und der Drusenführer Walid Dschumblatt aufgerufen. Die meisten Teilnehmer waren Sunniten, Christen und Drusen, viele schwenkten libanesische Flaggen.

Al-Hassan war am Freitag bei einem Anschlag im christlichen Viertel Aschrafieh mit seinem Fahrer und einem weiteren Menschen getötet worden war. Bei dem Anschlag wurden zudem 126 Menschen verletzt. Zunächst war von acht Toten die Rede gewesen. Am Sonntag gab es zunächst eine Zeremonie im Hauptquartier des Geheimdienstes, bevor der Sarg al-Hassans in die Al-Amin-Moschee gebracht wurde, wo er neben dem früheren Regierungschef Rafik Hariri beigesetzt wurde.

Hariri war selbst 2005 bei einem Bombenanschlag getötet worden, für den die Opposition Syrien verantwortlich machte. Nach Massenprotesten auf dem Märtyrer-Platz war Damaskus schließlich nach Jahrzehnten zum Rückzug seiner Truppen aus dem Libanon gezwungen gewesen. Auch diesmal wurden Anschuldigungen laut, Syriens Staatschef Baschar al-Assad sei für den Tod al-Hassans verantwortlich. Auch Frankreichs Außenminister Laurent Fabius sah eine Verbindung zum Konflikt in Syrien.

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