Beispiellose Welle der Gewalt in Bagdad
Zahlreiche Opfer bei Anschlagserie im Irak

Die Anschläge im Irak reißen nicht ab: Mindestens 34 Menschen wurden bei den letzten Zwischenfällen innerhalb weniger Studen getötet, mehr als 230 wurden verletzt. Unter den Toten sind auch mehrere US-Soldaten. US-Präsident Bush will Härte zeigen.

HB BAGDAD/WASHINGTON. Hauptziel der fünf Selbstmordattentate zum Auftakt des islamischen Fastenonats Ramadan war die Zentrale des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). Als davor ein mit Sprengstoff beladener Krankenwagen explodierte, starben zehn Iraker, darunter zwei IKRK-Mitarbeiter. Weitere Autobomben detonierten vor vier Polizeistationen. Wer hinter den Anschlägen steht, wurde zunächst nicht bekannt.

Die Welt verurteilte das Blutbad auf das Schärfste. US-Präsident George W. Bush erklärte, die Angriffe auf das Rote Kreuz oder die Polizeiwachen zeigten, dass es den „kaltblütigen Mördern“ nur darum gehe zu töten, gleichgültig wen. Die USA würden sich von den Anschlägen im Irak nicht von ihrem Kurs abbringen lassen. „Je erfolgreicher wir sind (...), desto verzweifelter werden diese Kriminellen“, sagte Bush am Montag in Washington.

Nach Angaben der irakischen Behörden starben insgesamt acht Polizisten und 26 Zivilisten. Bei dem Angriff auf eine Polizeiwache seien auch zahlreiche Schulkinder verletzt worden. Es war einer der blutigsten Tage seit dem Ende der Kampfhandlungen im Irak. Bei einem Bombenattentat auf den einflussreichen irakischen Schiitenführer Ajatollah Mohammed Bakr el Hakim in der Stadt Nadschaf waren Ende August mehr als 80 Menschen getötet worden.

US-Militärsprecher Mark Hertling erklärte in Bagdad, die Attentäter hätten sich bei der Planung über den Zeitpunkt der Anschläge abgesprochen. „Davon abgesehen, war ihr Vorgehen aber eher amateurhaft.“ Gleichzeitig verdichteten sich die Hinweise, dass ausländische Terroristen an den Anschlägen beteiligt waren. Hertling sagte, ein Syrer sei bei dem Versuch festgenommen worden, vor einer fünften Polizeistation einen Sprengsatz zu zünden.

Bundesregierung verurteilt Anschläge

Auch die Bundesrepublik und ihre europäischen Partner verurteilten die Anschläge scharf. Die Attentate, besonders der Anschlag gegen die Rot-Kreuz-Zentrale, seien gegen das Interesse des irakischen Volkes gerichtet, sagte ein Regierungssprecher in Berlin. Der britische Premierminister Tony Blair machte „Terroristen und Kriminelle“ dafür verantwortlich. Das französische Außenministerium sagte, es sei dringender denn je, die Souveränität des Iraks wieder herzustellen.

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