Beitrittsgesuch
Island kommt der EU einen Schritt näher

Island ist der Aufnahme in die Europäische Union wieder einen Schritt näher gekommen: Die Außenminister der 27 Mitgliedstaaten beschlossen die Weiterleitung des Beitritts-Ersuchens an die EU-Kommission, die nun eine erste Bewertung vornehmen soll.

HB BRÜSSEL. Auch die Niederlande stimmten trotz Bedenken wegen der Bankenkrise in Island zu. Zahlreiche niederländische Sparer haben im Zuge der Finanzmarktkrise ihre Einlagen bei der isländischen Icesave-Bank verloren.

Obwohl die eigentlichen Beitrittsverhandlungen noch gar nicht eröffnet sind, sieht die schwedische EU-Ratspräsidentschaft gute Chancen für eine baldige Aufnahme Islands in die Europäische Union. "Es gibt keine Schnellspur für Island, aber die Strecke, die Island zurücklegen muss, ist kürzer" als bei anderen Beitrittskandidaten, sagte der schwedische Außenminister und amtierende EU-Ratsvorsitzende Carl Bildt.

Andere Staaten warnten indes davor, Island gegenüber den Beitrittskandidaten auf dem Balkan zu bevorzugen, die schon seit Jahren vor der Tür der Europäischen Union Schlange stehen. "Wir Österreicher wollen, dass Kroatien gemeinsam mit Island...in eine Richtung gelenkt wird, nämlich in Richtung Europäische Union", erklärte der österreichische Außenminister Michael Spindelegger.

Neben dem Streit mit den Niederlanden, die eine Entschädigung für die ehemaligen Icesave-Kunden fordern, drohen Island Probleme mit der EU-Fischereipolitik. Im Falle eines EU-Beitritts müsste sich der Inselstaat den europäischen Fischfangquoten unterwerfen. Island betreibt zudem Walfang; kommerzieller Walfang ist in der EU verboten.

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