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Bekanntgabe: Harter Kampf um Posten im EU-Außendienst

EU-Außenministerin Catherine Ashton steht vor ihrer ersten großen Bewährungsprobe: Im September präsentiert die Britin einen Teil der Gründungsmannschaft des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD). Insgesamt geht es um 141 Stellen – alle waren heiß umkämpft. Warum es die Kommissarin nicht allen recht machen kann.

Bei der Gründungsmannschaft des EAD werden Frauen in der Minderheit sein. Auch der Anteil der Botschafter aus Mittel- und Osteuropa ist auffallend gering. Quelle: dpa
Bei der Gründungsmannschaft des EAD werden Frauen in der Minderheit sein. Auch der Anteil der Botschafter aus Mittel- und Osteuropa ist auffallend gering. Quelle: dpa

BRÜSSEL. „Die Mitgliedstaaten haben viel Druck gemacht“, heißt es Ashtons Umgebung. Noch hält die EU-Chefdiplomatin ihr Personaltableau unter Verschluss. Doch manches sickert trotzdem durch. Generalsekretär des Auswärtigen Dienstes werde ein Franzose, seine Stellvertreter kämen aus Deutschland und Polen, heißt es in Kommissionskreisen. Ashton hat sich verpflichtet, Bewerber aus allen EU-Staaten angemessen zu berücksichtigen. Sie versprach auch, mehr Frauen als bisher zu platzieren in der traditionell von Männern dominierten Außenpolitik.

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Dennoch zeichnet sich ab, dass die Britin es nicht allen recht machen kann. Frauen werden deutlich in der Minderheit bleiben im diplomatischen Corps der EU. Die Verantwortung dafür tragen vor allem die Mitgliedstaaten, denn sie schickten ganz überwiegend männliche Bewerber ins Rennen. Frankreich sei dafür ein besonders auffälliges Beispiel, sagen Brüsseler Insider.

Auch das geographische Gleichgewicht wird Ashton im EAD kaum herstellen können. Die Mittel- und Osteuropäer befürchten zu Recht, dass sie im Postenpoker am Ende als Verlierer dastehen. Polen sollen zwar immerhin vier Spitzenämter erhalten. „Doch für kleinere Länder in Mittel- und Osteuropa sieht es schlecht aus“, meint die außenpolitische Sprecherin der Grünen im Europaparlament, Franziska Brantner.

Die westeuropäischen Staaten verstanden es bisher ganz gut, ihre personellen Pfründe in der EU-Außenpolitik zu verteidigen. Derzeit kommen von den rund um den Globus stationierten 115 EU-Botschaftern 66 aus den EU-Gründungsstaaten Deutschland, Frankreich, Niederlande, Belgien und Italien. Die 2004 beigetretenen EU-Staaten in Mittel-, Ost- und Südeuropa stellen nur zwei Botschafter. Auffällig niedrig ist der Anteil der Mittel- und Osteuropäer auch in der Generaldirektion Außenbeziehungen der EU-Kommission. Ashtons Leute rechtfertigen dies damit, dass die Diplomaten nur alle vier bis fünf Jahre rotieren. Daher dauere es Zeit, bis die 2004 beigetretenen EU-Staaten angemessen zum Zuge kämen, meint Ashtons Sprecher: „Sie sind eben später gekommen als die anderen.“

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