Bekennervideo mit islamistischem Hintergrund: Erster Verdächtiger nach Hariri-Ermordung festgenommen

Bekennervideo mit islamistischem Hintergrund
Erster Verdächtiger nach Hariri-Ermordung festgenommen

Nach der Ermordung des früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri und mindestens neun anderer Menschen ist ein Verdächtiger festgenommen worden.

HB BEIRUT. Wie der US- Nachrichtensender CNN unter Berufung auf Angaben der Regierung in Beirut in der Nacht zum Dienstag berichtete, habe der Mann möglicherweise Verbindungen zu Muslimextremisten. Einzelheiten zur Person wurden zunächst nicht bekannt. Die libanesische Armee sei in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden, um die Stabilität des Landes aufrecht zu erhalten, meldete der britische Sender BBC unter Berufung auf eine Mitteilung der Streitkräfte.

Bei dem Anschlag nach mehr als einem Jahrzehnt relativer Ruhe wurden in Beirut am Montag etwa 100 Menschen verletzt. Zu der Bluttat bekannte sich eine bisher unbekannte angeblich islamistische Gruppe. In Beirut sei die Wohnung eines Palästinenser durchsucht worden, der sich auf einem von dem arabischen Fernsehsender Al-Dschasira ausgestrahlten Video zu der Tat bekannt hatte. Der Mann sei nicht zu Hause gewesen, hieß es in Medienberichten.

Der Anschlag stieß weltweit auf Empörung. Die US-Regierung verurteilte das Attentat scharf und erwägt Strafmaßnahmen gegen die Schuldigen. „Der Präsident war schockiert und verärgert“, sagte sein Sprecher Scott McClellan in Washington. Die Täter versuchten alle Bemühungen zu ersticken, einen unabhängigen und souveränen Libanon aufzubauen, der frei von ausländischer Vorherrschaft sei. In diesem Zusammenhang kritisierte McClellan den syrischen Einfluss in Libanon. „Wir sind besorgt über die ausländische Besatzung“, sagte er. Bundesaußenminister Joschka Fischer zeigte sich bestürzt über „dieses „kaltblütige Attentat“. Auch UN-Generalsekretär Kofi Annan reagierte betroffen auf die Nachricht. Der „brutale Mord“ an Hariri sei „gewaltiger Verlust für Libanon, die Region und die internationale Gemeinschaft“, bedauerte Annan.

Der Sprengsatz, der nach Angaben aus Sicherheitskreisen mehr als 300 Kilogramm des Sprengstoffs TNT enthielt, explodierte in einem belebten Touristenviertel an der Uferpromenade der Mittelmeerstadt, als der Autokonvoi Hariris vorbeifuhr. Die Bombe riss einen riesigen Krater in den Asphalt. Mehrere Gebäude wurden schwer beschädigt.

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