Bekenntnis der Al-Aksa-Brigaden als unglaubwürdig eingestuft
Mord in Mafia-Manier erschüttert Israel

Erstmals ist ein israelischer Richter in typischer Mafia-Manier ermordet worden, indem aus nächster Nähe drei Schüsse auf ihn abgefeuert wurden. Der Mord löste Bestürzung im Land aus.

HB TEL AVIV. Der israelische Rundfunk meldete am Dienstag, der 49-jährige Adi Azar sei in typischer Mafia- Manier ermordet worden. Der Richter des Tel Aviver Bezirksgerichts war am Vorabend in der Nähe seines Hauses nördlich von Tel Aviv mit drei Schüssen aus nächster Nähe getötet worden. Der offenbar professionelle Attentäter habe einen Schalldämpfer eingesetzt.

Das Tatmotiv lag zunächst im Dunkeln. Der israelische Justizminister Josef Lapid äußerte jedoch am Dienstag die Überzeugung, dass es sich nicht um den Anschlag eines Palästinensers handelt. Der Richter hatte nach Medienberichten vor kurzem in einem Zivilverfahren die Palästinensische Autonomiebehörde zu Schadenersatz für das Opfer eines Anschlags verurteilt. Die radikalen Al-Aksa- Brigaden hatten sich zu dem Attentat bekannt. Dies wurde in Israel jedoch als unglaubwürdig eingestuft.

Ungeachtet scharfer Kritik an Äußerungen des israelischen Ministerpräsidenten über Antisemitismus in Frankreich beharrt Ariel Scharon auf seiner Aufforderung an die Juden zur Auswanderung nach Israel. In einer Mitteilung von Scharons Büro hieß es nach Rundfunkberichten vom Dienstag, der Premier sei weiterhin davon überzeugt, dass es in Frankreich Antisemitismus gebe. Ungeachtet ernsthafter Gegenmaßnahmen der dortigen Regierung dränge er die französischen Juden zur Immigration nach Israel - genau so wie er Juden in aller Welt dazu rate. Es ist seit Jahres Scharons erklärtes Ziel, noch mindestens eine Millionen Juden nach Israel zu holen.

Aus Zorn über die Äußerungen Scharons hatte der französische Präsident Jacques Chirac am Montag erklärt, Scharon sei in Frankreich vorerst nicht willkommen. Ein Besuch Scharons werde erst erwogen, wenn Israel die Aufforderung an die französischen Juden erkläre. Aus Scharons Büro hieß es dazu, in den kommenden Monaten sei ohnehin kein Besuch Scharons in Frankreich geplant gewesen. Der Premier war zuletzt vor drei Jahren nach Paris gereist.

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