Belästigungsvorwürfe Finanzchef der US-Republikaner tritt zurück

Der Kasino-Unternehmer Steve Wynn hat sein Amt als Finanzchef der US-Republikaner nach schweren Anschuldigungen aufgegeben. Er soll Dutzende Angestellte sexuell belästigt haben.
Update: 27.01.2018 - 23:48 Uhr Kommentieren
Der 76-jährige Milliardär war ein wichtiger Geldgeber für die Republikaner. Quelle: Reuters
Steve Wynn

Der 76-jährige Milliardär war ein wichtiger Geldgeber für die Republikaner.

(Foto: Reuters)

WashingtonSteve Wynn hat am Samstag sein Amt als Finanzchef des republikanischen Parteivorstandes abgegeben - einen Posten, auf den er kurz nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten Ende 2016 berufen worden war. Sie akzeptiere den Amtsverzicht des Kasino-Unternehmers, sagte die Vorsitzende des Nationalkomitees der Partei, Ronna Romney McDaniel.

Er soll dem „Wall Street Journal“ zufolge über Jahre hinweg Dutzende Angestellte sexuell belästigt oder zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Die Zeitung stützt ihren investigativen Bericht auf Interviews mit mehr als 150 Frauen. Demnach zeigte sich Wynn unter anderem entblößt vor ihnen und nötigte sie, ihn sexuell zu befriedigen. Der 76-Jährige wies die Vorwürfe als „grotesk“ zurück.

Wynn bestätigte seinen Rücktritt in einer Stellungnahme. „Der unglaublich Erfolg, den wir erreicht haben, muss fortgesetzt werden“, schrieb er. Die Arbeit, die USA zu einem besseren Ort zu machen, sei zu wichtig, um von dieser „Ablenkung“ gemindert zu werden, so Wynn.

Wynn hat unter anderem die Kasinos Bellagio, Encore, Mirage, Treasure Island und Wynn im Spielerparadies Las Vegas gebaut. Die sexuellen Übergriffe sollen sich hauptsächlich in seiner privaten Bürosuite abgespielt haben - etwa im Zuge von Massagen und Maniküren. Dem „Wall Street Journal“ zufolge hatten manche Angestellte so große Angst vor ihm, dass sie sich im Toilettenraum versteckt hätten, wenn er das Wellness Center im Wynn Kasinohotel aufgesucht habe.

Der Geschäftsführer von Wynn Resorts war ein wichtiger Parteispender für die Republikaner und warb im ersten Amtsjahr von US-Präsident Trump selbst um Spendengelder für die Partei.

Trump hat den Multimilliardär wiederholt als „Freund“ beschrieben, äußerte sich aber zunächst nicht zu den Vorwürfen.

  • ap
  • dpa
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