Belagerung in der Innenstadt
Mehrere Festnahmen in den Niederlanden

Die niederländische Polizei bestätigt eine Festnahme bei ihrer dramatischen Anti-Terror-Aktion. Das Fernsehen berichtet von weiteren Festnahmen und von Schusswechseln zwischen Polizisten und Verdächtigen. Nachdem zwei Beamte in Den Haag durch die Explosion einer Handgranate verletzt wurden, hatten die Behörden einen ganzen Stadtteil hermetisch abgeriegelt.

HB DEN HAAG. Die niederländische Polizei hat am Mittwoch bei ihrer Anti-Terror-Fahndung einen Mann festgenommen. Er sei in der Region Utrecht ergriffen worden, sagte ein Sprecher der Terror-Fahnder. Nach seinen Angaben steht die Festnahme im Zusammenhang mit der Aktion in Den Haag, die am Morgen um drei Uhr begonnen hat.

In dem abgeriegelten Gebiet sollen nach dem Bericht einer Augenzeugin im Fernsehen zwei junge Männer von der Polizei festgenommen worden sein. Einer von ihnen sei verletzt in einem Krankenwagen weggebracht worden.

Das Fernsehen zeigte Bilder eines von der Polizei eskortierten Krankenwagens, der das abgeriegelte Gebiet verließ. Vor der Festnahme sei geschossen worden, berichtete die Frau aus der Nachbarschaft des belagerten Hauses. Die Polizei nahm zu diesen Angaben zunächst nicht Stellung. Zuvor war Fernsehberichten zufolge ein bis auf die Unterwäsche entkleideter Mann abgeführt worden.

Bei der Anti-Terror-Aktion im Laak-Viertel hatten Polizisten am Morgen Verdächtige in einem Haus festnehmen wollen. Der Verdächtige habe eine Handgranate auf die Beamten geworfen, Schüsse fielen. Zwei Beamte wurden schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Die Sicherheitskräfte hätten den Tag über stundenlang mit den Verdächtigen verhandelt, hieß es.

Stark bewaffnete Polizeikräfte in kugelsicheren Westen kontrollierten den Mittwoch über das Laak-Viertel, in dem überwiegend Ausländer wohnen. Sie evakuierten Einwohner aus ihren Wohnungen und belagerten ein Haus. Der Luftraum über Den Haag war am Morgen gesperrt worden. Zwei der Polizisten, auf die eine Handgranate geworfen wurde, liegen schwer verletzt im Krankenhaus, der dritte konnte inzwischen nach Hause gehen.

Ob die Aktion im Zusammenhang mit dem Mord an dem Regisseur und Islamkritiker Theo van Gogh stehe, wollten die Sicherheitskräfte nicht sagen. Wenige Stunden nach der Einäscherung van Goghs haben Unbekannte in den Niederlanden die Anschlagserie auf islamische Einrichtungen fortgesetzt.

In dem südniederländischen Ort Uden sei in der Nacht zum Mittwoch eine moslemische Schule in Brand gesetzt worden, berichtete das niederländische Fernsehen. Das Fernsehen zeigte, wie Flammen aus dem Dach des Gebäudes schlugen. Niemand sei verletzt worden, hieß es.

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