Belastungen für die Weltwirtschaft
Nahost-Krise schürt Angst vor Flächenbrand

Der Ausbruch der Gewalt im Nahen Osten alarmiert Ökonomen. Sie befürchten, dass sich der regionale begrenzte Konflikt zu einem Flächenbrand ausbreiten könnte – mit verheerenden Konsequenzen für die Weltwirtschaft.
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BerlinIm Gazastreifen wächst nach Raketenangriffen auf Israel die Gefahr eines neuen Krieges zwischen Israel und radikalen Palästinensern. Der Konflikt ist zwar regional begrenzt. Dennoch sind Experten besorgt. Was, wenn sich die Krise weiter zuspitzt, wenn Anrainer-Staaten sich einmischen? Inzwischen schlugen auch aus dem Libanon und aus Syrien Raketen in Israel ein. Die israelische Armee schoss nach eigenen Angaben in beiden Fällen zurück.

Ungeachtet einer von Israel akzeptierten Feuerpause beschossen militante Palästinenser am Dienstag erneut den Süden Israels. Mindestens eine Rakete sei auf freiem Feld gelandet, sagte eine Armeesprecherin. Das Militär prüfe Berichte über weitere Geschosse. Zuvor hatte das israelische Sicherheitskabinett einen von Ägypten vorgelegten Fahrplan für eine Waffenruhe akzeptiert. Demnach trat eine Feuerpause am Dienstagmorgen um 8.00 Uhr MESZ in Kraft. Die Hamas lehnte die Waffenruhe jedoch ab.

Überschattet werden die Ereignisse von anderen in der Region schwelenden Konflikten. Das lässt auch die Finanzmärkte nicht unbeeindruckt. In die gute, teil euphorische Hochstimmung an den Börsen mischt sich inzwischen auch Skepsis. „Zu der Unsicherheit über die Konjunkturentwicklung und den ohnehin noch schwelenden Krisen im Irak und der Ukraine hat sich seit noch Nahost gesellt, fasste ein Händler kürzlich die momentane Lage zusammen. Und Marktanalyst Jens Klatt von DailyFX äußerte die Sorge, dass das erneute Aufflammen des Gaza-Konflikts „durchaus Potenzial für einen Flächenbrand in der ganzen Region“ habe.

Einige Ökonomen teilen die Sorge. „Sollte gar eine Verbindung der bisher getrennten Auseinandersetzungen im Nahen Osten zu einem militärischen Großkonflikt einsetzen, hätte dies für die Weltwirtschaft gravierende Konsequenzen“, sagte der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, Handelsblatt Online. Derzeit strahlten die Entwicklungen im Nahen Osten jedoch noch nicht auf die Weltwirtschaft aus, alles hänge am Rohölangebot.

Aber, warnt Kater: „Ein Ausfall der irakischen Kapazitäten aus dem Süden wäre bereits eine merkbare Marktbeeinträchtigung, die den Rohölpreis weiter ansteigen lassen würde.“ Sein Institut beobachte daher die Entwicklungen „aufmerksam“, Prognosen hätten aber nicht angepasst werden müssen.

Das dürfte auch daran liegen, dass sich die Ölpreise nach den Kursverlusten in der Vorwoche zunächst wenig verändert haben. Am Montagmorgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August 106,78 Dollar. Das waren 12 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Referenz-Sorte WTI fiel hingegen um 24 Cent auf 100,59 Dollar.

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  • Wir schreiben das Jahr 2015. Eine hand voll Türken aus Berlin erklären Kreuzberg zum neuen türkischen Staat. Deutsche werden vertrieben.

    Nach kurzer Zeit begeistern sich Türken im gesamten Bundesgebiet über die Idee, in einem türkischen Staat mitten in Europa zu leben und ziehen nach Kreuzberg. Aufgrund der vielen
    Zuzüge, werden Lebensraum und Resourcen in Kreuzberg knapp.
    So beschliesst die Regierung der türkischen Republik Kreuzberg auch umliegende Stadtbezirke einzunehmen. Kurzerhand wird die deutsche Bevölkerung aus Neukölln und Tempelhof vertrieben. Wer sich wehrt, wird inhaftiert oder erschossen.
    Die Welle der nach Berlin strömenden Türken ist nicht zu bändigen. So werden sämtliche Stadtgebiete Berlins nach und nach zum türkischem Staatsgebiet erklärt. Aufständige Deutsche, die sich mittlerweile organisiert gegen die Besatzung wehren, erlangen Terroristenstatus und werden systematisch verfolgt.

    2019. Die deutsche Bevölkerung ist mittlerweile nur noch in Berlin-Mitte und in einigen Strassenzügen von Spandau anzutreffen. Die Gebiete sind weitläufig abgeriegelt. Versorgt werden die deutschen Gebiete nur nach ermessen der türkischen Regierung. Wahllose Verhaftungen und Bombardierungen der radikalchristlichen- deutschen Organisationen sind in der Tagesordnung.

    Die türkische Regierung verkündet der Welt, dass sie sich diesem Terror nicht beugen wird und es nicht hinnehmen kann, dass türkische Kinder von deutschen Terroristen getötet werden. Für jeden getöteten Türken, bringen
    siehunderte Deutsche um. Die Weltgemeinschaft hat nicht nur Verständnis dafür, sondern steht bei der Bekämpfung des deutschen Terrors unterstützend zur Seite. Die Weltpresse zertrampelt sich beim Wettlauf um die
    Bemitleidung der Türken in der türkischen Republik Berlin und verurteilt die deutschen Terroristen halbstündlich in ihren Sondersendungen schärfstens.

    Zurück ins Jahr 2014... Genau das und nichts anderes passiert in Palästina. Ändert nur die Protagonisten und verlegt den Schauplatz

  • Warum wird die demographische Aufrüstung nie thematisiert? Die Zahl der "palästinensischen Flüchtlinge" und deren Nachkommen hat sich seit der Gründung Israels verzehnfacht. Das muss ja zu Konflikten führen! Nicht nur wegen des offensichtlichen Raumproblems, sondern auch weil junge Männer ohne Perspektiven eben eher empfänglich für Gewalt sind.
    Humanitäre Hilfen verschlimmern zudem das Problem weil sie der Bevölkerung signalisieren, dass eine Beschränkung der Nachkommen nicht notwendig ist.

  • Ein Religionskrieg von Hass und Gewalt.
    Ein Krieg der Meinungshoheit und Rechthaberei.
    Ein Krieg der weder Gewinner noch Verlierer kennt, sondern nur die Toten und Schicksale zählt.

    Politisches Versagen auf allen Kriegsparteien Seiten!

    Auch dieser Krieg wird geschunde Seelen, Trauer und Wut hinterlassen und damit der neue Nährboden für die nächste Welle der Gewalt sein.

    Europa hatte genug Erfahrung mit solchen Gewalt-Kriegsspiralen....dies zeigt sich im 30-jährigen Krieg von seiner lang anhaltenden Seite.

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