Belgisches AKW Tihange
Umweltschützer wollen Aus für „Schrottkraftwerk“

Der belgische Meiler macht häufiger Probleme, außerdem stören sich deutsche Atomkraftgegner an der Nähe zur deutschen Grenze. Deshalb machen sie nun nach einem Zwischenfall Ende der Woche gegen das AKW Tihange mobil.

Brüssel/ BerlinNach dem erneuten Zwischenfall in dem umstrittenen belgischen Atomkraftwerk Tihange haben Umweltverbände und die Grünen am Wochenende gefordert, den nahe der deutschen Grenze gelegenen Reaktor abzuschalten. Nach einem Feuer in einem nicht-nuklearen Bereich der Anlage war der Reaktor 1 des Atomkraftwerks Tihange am Freitagabend automatisch heruntergefahren worden.

Für Kritiker ist der Vorfall ein weiteres Kapitel in der „Skandalgeschichte“ von Tihange. „Brände im Monats-Rhythmus, Risse im Reaktordruckbehälter, Funde von Weltkriegsbomben, ungeschultes Sicherheitspersonal, undichte Kühlwasserbehälter“, empörte sich der stellvertrende Frationsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Oliver Krischer. „Der Weiterbetrieb dieser Schrottreaktoren ist Russisch-Roulette.“

Tihange bedrohe Millionen Menschen in Belgien, den Niederlanden und Deutschland, erklärte Krischer. Er forderte die Bundesregierung auf, sich nicht länger hinter „diplomatischen Floskeln“ zu verstecken, sondern gegenüber der belgischen Regierung auf eine sofortige Abschaltung zu drängen.

Auch Nordrhein-Westfalens Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) forderte eine Abschaltung. Die Pannen-Serie „belgischer Bröckel-AKWs geht weiter“, schrieb er am Wochenende auf Twitter. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und das Bundesministerium für Umwelt und Reaktorsicherheit „müssen jetzt Abschalt-Gespräche mit Belgien aufnehmen“.

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Uraltmeiler könnte noch zehn Jahre laufen

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