Belgrad beantragte in Den Haag die Auslieferung
Zwei Verdächtige im Mordfall Djindjic in den Niederlanden verhaftet

Im niederländischen Rotterdam hat die Polizei zwei Männer gefasst, die in den Mord am früheren serbischen Regierungschef Djindjic verwickelt sind. Sie sollen der Zemun-Bande angehören.

HB BERLIN. Knapp neun Monate nach der Ermordung des serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic hat die niederländische Polizei in Rotterdam zwei Verdächtige festgenommen. Die beiden 28 und 25 Jahre alten Brüder mit serbischer Staatsangehörigkeit seien am Samstag gefasst worden, teilten die niederländischen Justizbehörden mit.

Sie sollen der berüchtigten Belgrader Zemun-Bande angehören, die für den Mord verantwortlich gemacht wird. Djindjic war am 12. März vor dem Regierungssitz in Belgrad erschossen worden. Bis heute ist unklar, ob er von einem oder zwei Schützen niedergestreckt wurde.

Einer der in Rotterdam Festgenommenen wird verdächtigt, den Standort des Schützen ausgewählt zu haben, von dem aus Djindjic erschossen wurde. Anschließend soll der Mann, dessen Identität die niederländischen Behörden lediglich mit den Initialen N.K. bekannt gaben, die Tatwaffe auf einer Baustelle vergraben haben.

Die Belgrader Behörden beantragten die Auslieferung der beiden Verdächtigen. Nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen soll der mutmaßliche Attentäter Zvezdan Jovanovic, ein Elitepolizist mit Kontakten zur Mafia, als einziger Schütze von einem Fenster eines Nachbargebäudes aus zwei Kugeln aus einem Sturmgewehr abgefeuert haben.

Der Prozess gegen ihn soll am 22. Dezember beginnen. Als Hauptdrahtzieher gilt der frühere Kommandeur der Polizei-Elitetruppe "Rote Barette", Milorad Lukovic, genannt Legija. Legija und neun weitere Verdächtige sind auf der Flucht.

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