Belgrad
Höchststrafen für Mord an serbischem Premier Djindjic

Vier Jahre nach dem Mord am serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic hat ein Sondergericht in Belgrad den Attentäter und den Drahtzieher zu je 40 Jahren Haft verurteilt, die maximal mögliche Strafe. Zudem wurden zehn weitere Anklagte verurteilt - alle entweder Ex-Geheimdienstler oder Angehörige eines kriminellen Clans.

HB BELGRAD. Als Organisator des Verbrechens verurteilte das Gericht den früheren Chef der paramilitärischen Einheit „Rote Barette“ des ehemaligen Präsidenten Slobodan Milosevic, Milorad Ulemek. Den tödlichen Schuss gab nach Überzeugung des Gerichts Zvezdan Jovanovic ab. Die übrigen zehn Angeklagten wurden zu Haft zwischen acht und 35 Jahren verurteilt. Fünf dieser Beschuldigte sind untergetaucht und wurden in Abwesenheit verurteilt. Alle Angeklagten waren entweder Angehörige der Sondereinheit der serbischen Geheimpolizei JSO oder des berüchtigten kriminellen Clans aus dem Belgrader Stadtteil Zemun. Der Prozess hat dreieinhalb Jahre gedauert.

Djindjic, der erste demokratisch gewählte Regierungschef, war am 12. März 2003 vor dem Regierungsgebäude in Belgrad erschossen worden, als er aus seinem Dienstwagen stieg. Der westlich orientierte Politiker wollte sein Land aus der Ära des 2000 gestürzten Präsidenten Slobodan Milosevic in die Europäische Union führen. Der Prozess wegen des Attentats begann Ende 2003. Laut Anklage sollte der Anschlag weitere Reformen verhindern und die nationalistischen Kräfte stärken.

Die „Roten Barette“ sollen als Prätorianergarde von Milosevic für Dutzende von Auftragsmorden, zahllose Kriegsverbrechen sowie Raub und Organisierte Kriminalität verantwortlich war. Als Ulemek sah, dass nach Massendemonstrationen gegen Milosevic dessen Zeit zu Ende ging, stellte er sich auf die Seite von Oppositionsführer Zoran Djindjic, verweigerte die Befehle von Milosevic und verhinderte am 5. Oktober 2000 so ein Blutvergießen. Der Mann mit der tätowierten Rose am Hals als Markenzeichen beschloss die Ermordung des Regierungschefs Djindjic, als der begann, mit der Organisierten Kriminalität und den Kriegsverbrechern abzurechnen.

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