Bemühungen um Deeskalation
Russland kündigt Truppenrückzug an

Westliche Politiker ließen jüngst keinen Zweifel daran, wie bedrohlich sie die russischen Truppenbewegungen an der Grenze zur Ukraine einschätzen. Russland will die Lage entspannen, ruft aber auch zu leiseren Tönen auf.
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MoskauRussland hat einen Abzug der Truppen von der Grenze zur Ukraine angekündigt. Sobald die Manöver beendet seien, kehrten die Soldaten in ihre Kasernen zurück, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag. Zugleich rief er dazu auf, den verbalen Schlagabtausch zwischen Russland und der Nato zu entschärfen. „Deeskalation ist angebracht, da die Rhetorik über das Ziel hinausschießt und unsinnig wird.“ Erst am Mittwoch hatte Nato-Oberkommandeur Philip Breedlove vor einer „unglaublich besorgniserregenden“ Lage an der russisch-ukrainischen Grenze gewarnt. Mit den dort konzentrierten Truppen könne Russland binnen weniger Tage alle seine möglichen Ziele in der Ukraine erreichen. Die Regierung in Moskau warf der Nato im Gegenzug vor, zur Sprache des Kalten Krieges zurückzukehren.

Grund für die Spannungen zwischen den beiden Seiten ist die Eingliederung der ukrainischen Halbinsel Krim in die russische Föderation. Die EU und die USA betrachten dies als unrechtmäßige Annexion. Die Vereinten Nationen sehen die Krim weiter als Teil der Ukraine an. Das sei die juristische Folge des Votums der Generalversammlung Ende März, sagte die UN-Botschafterin der USA, Samantha Power. 100 Staaten hatten das Referendum für ungültig erklärt, das der Regierung in Moskau als Grundlage für die Aufnahme der Krim in die Russische Förderung diente.

EU und USA reagierten mit Sanktionen auf den Schritt. Zuletzt stoppte die US-Raumfahrtbehörde Nasa die Zusammenarbeit mit Russland. Einzig die Versorgung der Internationalen Raumstation ISS soll weiter gemeinsam gesichert werden. Dort befinden sich derzeit drei russische Kosmonauten, zwei US-Astronauten und ein japanischer Astronaut. Für die Rückkehr zur Erde sind die Raumfahrer nach der Aufgabe des US-Space-Shuttle auf russische Sojus-Kapseln angewiesen. Alle Kontakte darüber hinaus, seien einzustellen, hieß es in einer Mitteilung an die Nasa-Mitarbeiter. Besuche nach Russland seien ebenso untersagt, wie russische Besucher in Nasa-Einrichtungen. Bilaterale Treffen, E-Mail sowie Telefon- und Videokonferenzen seien einzustellen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • @Pazifist
    Wieso Krieg zur Selbstbestätigung? Die USA sind pleite und betreiben einen Einschüchterungspraxis gegenüber Geldgebern und Ländern mit wichtigen Rohstoffen. Einen heißen Krieg in Europa streben die USA wohl nicht an, neuerliche Aufrüstung sicherlich schon. Wie hatte Schorsch W. solche "ungemütlichen" Staaten noch bezeichnet? Ach ja, Schurkenstaaten - ja, Schorsch, das passt schon ;-)

  • Das was gegenwärtig seitens der westlichen Presse und Medienlandschaft läuft ist übelste Propaganda, verunsicherung und Volksverhetzung.

    Nur, - wer lässt sich schon für Ukrainer oder Russen in den Kopf schießen und würde sein Leben riskieren ?

    WER ?

  • Bei der Europawahl am 25.5.2014 bleibt einem nichts anderes übrig, als AfD zu wählen, die es u.a. ablehnt, daß die Ukraine und andere Oststaaten(Georgien), der EU und der Nato beitreten. Die Befürworter einer Mitgliedschaft der Ukraine und der anderen Oststaaten in der EU und Nato sollten sich auch einmal mit der Neuen Weltordnung und Herrn Zbigniew Brzezinski befassen, der vor ein paar Wochen bei der Münchner Sicherheitskonferenz dem Panel zum Thema Ukraine-Krise angehörte.Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß sich die Nato-Militärführer zur Selbstbestätigung nach einem heißen Krieg mit Rußland sehnen. Damit können sie auch dem üblen Machtstreben der Machtpolitiker ein Ende setzen.Diesen heißen Krieg werden sie aber wohl auch selbst nicht überleben.

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