Der kurdische Fernsehsender Roj-TV wies am Freitag in Kopenhagen jede Verbindung zur Entführung der drei deutschen Bergsteiger in der Türkei zurück. Der Chef des Exil-Senders, Manouchehr Zonoozi, sagte der dpa: „Das hat mit uns nicht das Geringste zu tun.“ Von Seiten der PKK hatte es geheißen, das von der Bundesregierung im Juni verhängte Verbot von Roj-TV sei einer der Gründe für die Aktion.
Roj-TV ist nach Feststellung des Innenministeriums für die seit 1993 verbotene PKK tätig. Damit verstoße der Sender gegen das damals erlassene Verbot. Die PKK nutze den Sender als „Sprachrohr, um ihre Anhängerschaft in Europa mit Nachrichten zu versorgen“ und um die Organisation zusammenzuhalten.
Das türkische Militär erschoss im Zusammenhang mit der Suche nach den Entführten im Südosten der Türkei zehn PKK-Kämpfer, wie die Nachrichtenagentur Dogan am Freitag berichtete.
Der SPD-Europaabgeordnete und Touristik-Unternehmer Vural Öger rechnet damit, dass die Entführten bald freigelassen werden. Die Entführer wollten vermutlich nur ein Zeichen setzen, um die Weltöffentlichkeit auf die Situation der Kurden aufmerksam zu machen, sagte er der „Passauer Neuen Presse“.
Der kurdisch-stämmige Bundestagsabgeordnete Hüseyin Aydin (Die Linke) verurteilte die Entführung auf das Schärfste und forderte deren Freilassung. „Unsere Bemühungen um eine demokratische Lösung der Kurdenfrage sind durch die Entführung sehr erschwert worden.“