Bemühungen um Freilassung
Rasche Freilassung der PKK-Geiseln unwahrscheinlich

Die Hoffnungen auf eine rasche Freilassung der von der kurdischen PKK gekidnappten deutschen Bergsteiger schwinden. Das türkische Militär erschoss bei seiner Suche nach den Entführten im Südosten der Türkei zehn PKK-Kämpfer.

HB BERLIN/MÜNCHEN. Die Entführer wollen ihre drei Geiseln nach eigenen Angaben so lange festhalten, bis die Bundesregierung eine Erklärung abgibt, dass Deutschland seine „feindliche Politik gegenüber dem kurdischen Volk und der PKK“ aufgibt. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) machte am Freitag jedoch erneut deutlich, dass die Bundesregierung auf keine Bedingungen der Rebellenorganisation eingehen wird.

Steinmeier sagte in Berlin, man bemühe sich weiter um eine „rasche und bedingungslose Freilassung“ der drei in der Osttürkei verschleppten Geiseln. Der Krisenstab sei in Verbindung mit den zuständigen türkischen Behörden. Er arbeitet den Angaben zufolge mit Hochdruck an einer raschen Lösung. Steinmeier selbst telefonierte mit seinem türkischen Kollegen Ali Babacan. Ein Außenamt-Sprecher wollte sich nicht dazu äußern, ob es einen Kontakt zur Entführergruppe gibt.

Die PKK-Forderung wurde nach Angaben der in Deutschland ansässigen Kurden-Organisation Azadi von den „Volksverteidigungskräften“ (HBG) der kurdischen Guerilla veröffentlicht, die sich ausdrücklich zu der Entführung bekannte.

Darin hieß es, man hege gegen das deutsche Volk und die „festgenommenen deutschen Staatsbürger keine Feindschaft“. Allerdings würden seit Jahren kurdische Aktivisten und Organisationen in Deutschland polizeilich und strafrechtlich „verfolgt“. Damit werde eine politische Lösung des Kurden-Konflikts verhindert.

Die übrigen zehn Mitglieder der Bergsteigergruppe wurden am Freitagabend am Münchner Flughafen zurückerwartet. Ihnen geht es nach Angaben des Reiseveranstalters den Umständen entsprechend gut.

Fünf PKK-Kämpfer hatten am Dienstagabend die drei aus Bayern stammenden, 33, 48 und 65 Jahre alten Männer aus einem Camp am Berg Ararat auf 3200 Metern Höhe verschleppt. Die insgesamt 13 Männer und Frauen waren in der Nacht vor der Gipfelbesteigung des 5165 Meter hohen Berges überfallen worden, wie der Veranstalter seb-tours im Internet berichtete.

Der türkische Reiseleiter, der die Gruppe bis zum Tag davor begleitet habe, sei telefonisch gegen fünf Uhr im Hotel von dem Überfall unterrichtet worden. Er habe seine Nachricht auf das noch nicht besetzte Firmentelefon in München gesprochen. Türkische und auch deutsche Behörden seien zu dieser Zeit schon informiert gewesen. Der Deutsche Alpenverein (DAV) wies Darstellungen zurück, die drei Bergsteiger aus Bayern seien in der Türkei aus Leichtsinnigkeit entführt worden.

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