Bengasi-Untersuchung
Die Clinton-Dauerwerbesendung

Es war als öffentliche Zerstörung von Hillary Clinton gedacht. Doch die Befragung zum Bengasi-Untersuchungsausschuss geriet zur elfstündigen kostenlosen Wahlkampfwerbung für die Präsidentschaftskandidatin.

WashingtonEntspannt und ruhig lehnte sich Hillary Rodham Clinton in ihrem Zeugenstuhl zurück und genoss schmunzelnd-schweigend den Anblick. Fast vier Stunden hatte die ehemalige Außenministerin der USA am Donnerstag bereits geduldig im Bengasi-Untersuchungsausschuss Rede und Antwort gestanden, als der republikanische Vorsitzende Trey Gowdy und das demokratische Ausschussmitglied Elijah Cummings in ein ebenso aggressives wie lautstarkes Wortgefecht verfielen.

Cummings wollte Protokolle zum Terroranschlag auf die Botschaft in der ostlibyschen Stadt Bengasi, bei dem 2012 vier US-Bürger starben, veröffentlichen. Sie würden belegen, dass Gowdy mit Anschuldigungen gelogen habe. Der lehnte eine Veröffentlichung ab. Nach dem wütenden und minutenlangen Streit blieben die Protokolle dann unter Verschluss. Hillary Clinton zuckte mit keiner Miene.

Eine Szene mit Symbolcharakter: Demokraten und Republikaner stehen sich tief verfeindet in diesem Untersuchungsausschuss gegenüber. Die Stimmung war angespannt und aggressiv im reich mit neoklassischen Ornamenten verzierten Versammlungsraum im historischen Longworth Building.

17 Monate lang hat der Ausschuss 50.000 Dokumente gewälzt, 54 Zeugen befragt und knapp 4,7 Millionen Dollar ausgegeben. Jetzt will die amerikanische Öffentlichkeit Ergebnisse sehen – oder endlich die Akten schließen. Schon im Januar 2013 war Clinton über vier Stunden lang befragt worden. Was sollte es Neues geben?

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