Benjamin Netanjahu in den USA
Netanjahu will alte Freundschaften aufwärmen

Am Dienstag hält Benjamin Netanjahu eine Rede vor dem US-Kongress. Sein Auftritt wird mit Spannung erwartet. Denn trotz aller Freundschaftsbekundungen – die Beziehungen zwischen den USA und Israel liegen auf Eis.
  • 0

WashingtonIsraels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat zum Auftakt seines US-Besuchs die Haltung der Regierung in Washington im Atomstreit mit dem Iran kritisiert. Das Abkommen, über das verhandelt werde, könne dazu führen, dass der Iran an Atomwaffen gelange. Dies dürfe nicht passieren, denn dann könne das Überleben Israels gefährdet werden.

„Als Ministerpräsident Israels bin ich moralisch verpflichtet, meine Stimme im Angesicht dieser Gefahren zu erheben, so lange sie noch abgewendet werden können“, sagte Netanjahu am Montag auf der Jahresversammlung der einflussreichen pro-israelischen US-Lobbygruppe AIPAC. „Stellen sie sich vor, was der Iran mit Atomwaffen machen würde“, sagte Netanjahu. Irans „Fangarme des Terrors“ reichten über die ganze Welt.

Er gab damit einen Vorgeschmack auf seine für Dienstag geplante Rede vor beiden Kammern des US-Kongresses, die das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen ihm und US-Präsident Barack Obama zusätzlich strapaziert.

Es wird damit gerechnet, dass Netanjahu die Abgeordneten und Senatoren aufrufen wird, ein Abkommen mit dem Iran zu blockieren. Netanjahu sagte, wenn der Iran Atomwaffen besitzen würde, würde das bedeuten, dass er sein staatliches Ziel, die Vernichtung Israels, erreichen könnte. Das habe der Iran geschworen. Ein Atomabkommen der fünf ständigen Sicherheitsratsmitglieder und Deutschlands mit Teheran könnte das Überleben Israels bedrohen. Israel werde sich da nicht passiv verhalten. In Genf wird derzeit unter Hochdruck versucht, eine Lösung des seit Jahren anhaltenden Atomstreits zu erzielen. Bis Ende März soll eine Rahmenvereinbarung erzielt werden.

Die oppositionellen Republikaner, die im Kongress die Mehrheit haben, hatten Netanjahu eingeladen, ohne zuvor das Präsidialamt zu informieren. Der Protokollbruch hatte die Obama-Regierung erzürnt. Der Präsident erklärte, Netanjahu während dessen US-Besuchs nicht zu treffen. Er verwies darauf, dass in zwei Wochen in Israel Wahlen stattfänden, eine Begegnung mit Netanjahu könne als Einmischung gewertet werden.

Seite 1:

Netanjahu will alte Freundschaften aufwärmen

Seite 2:

US-Bekenntnis zu Israels Sicherheit wird nicht angetastet

Kommentare zu " Benjamin Netanjahu in den USA: Netanjahu will alte Freundschaften aufwärmen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%