Benjamin Netanjahu
Joe Biden wird umstrittener Iran-Rede fernbleiben

Bei Netanjahus umstrittener Iran-Rede vor den beiden US-Kongresskammern wird neben Obama auch dessen Vize Joe Biden fernbleiben. Die Einladung des israelischen Regierungschefs von den Republikanern sorgt für Irritation.
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WashingtonNeben US-Präsident Barack Obama wird auch dessen Vize Joe Biden der umstrittenen Rede des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu vor dem US-Kongress fernbleiben. Biden befinde sich zu dem Zeitpunkt auf einer Reise im Ausland, teilte das Büro des Vizepräsidenten am Freitag mit.

Das Weiße Haus hatte sich zuletzt arg irritiert über Netanjahus Entscheidung gezeigt, einer Einladung der Republikaner nachzukommen - ohne die Obama-Verwaltung zu konsultieren. Washington sah dies als Bruch des diplomatischen Protokolls und kündigte daraufhin an, dass Obama Netanjahu nicht treffen werde. Begründet wurde dies damit, dass der Termin zu nahe an den israelischen Parlamentswahlen liege. Obama wolle für keine Seite bei der Abstimmung Partei ergreifen, hieß es.

Problematisch ist aber auch, dass Netanjahu bei der Rede am 3. März ausgerechnet über den Iran sprechen will. Demokrat Obama versucht, mit Teheran ein Atomabkommen zustande zu bekommen. Der inzwischen von den Republikanern dominierte Kongress sieht dies skeptisch und droht dem Iran mit neuen Sanktionen, was Obama scharf kritisiert. Netanjahu wiederum gilt als einer der schärfsten Kritiker Teherans und der Atomverhandlungen. Das Verhältnis zwischen Obama und Netanjahu ist aufgrund dieses Themas seit längerem angespannt.

Wo genau Obamas Stellvertreter während der geplanten Ansprache Netanjahus am 3. März sein werde, sagten seine Mitarbeiter nicht. Bidens Büro versicherte jedoch, dass die Reise bereits in Arbeit gewesen sei, bevor der israelische Ministerpräsident seine Rede angekündigt habe.

Normalerweise nimmt der US-Vizepräsident als Senatspräsident an gemeinsamen Treffen der beiden Kongresskammern auf seinem Platz direkt hinter dem Redepult teil. Bislang hat Biden nur eines solcher Treffen verpasst: Als die damalige australische Premierministerin Julia Gillard vor den Abgeordneten sprach, war Biden gerade auf einer Reise in Übersee.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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