Beobachter bemängeln Unregelmäßigkeiten
Fälschungsvorwürfe bei Wahl in Pakistan

Knapp acht Wochen nach dem Mord an Oppositionsführerin Benazir Bhutto hat Pakistan ein neues Parlament gewählt. Dabei kam es zu Zusammenstößen, bei denen nach Regierungsangaben 19 Menschen starben. Beobachter bemängelten zudem massive Unregelmäßigkeiten.

HB ISLAMABAD. Mit einem vorläufigen Ergebnis der Abstimmung wurde an diesem Dienstag gerechnet. Als Favorit gilt die Volkspartei PPP der Ende Dezember unter ungeklärten Umständen getöteten Ex-Premierministerin Bhutto, die im Falle eines Wahlsieges den Premierminister stellen könnte.

Umfragen zufolge muss die regierende Pakistanische Muslim-Liga (Quaid), die den beim Volk zunehmend unbeliebten Präsidenten Pervez Musharraf unterstützt, mit schweren Stimmeneinbußen rechnen.

Nach der Wahl erklärte sich Musharraf zur Kooperation mit dem künftigen Premierminister unabhängig vom Wahlausgang bereit. „Wer auch immer Premierminister oder Ministerpräsident in den Provinzen wird, ich werde ihm gratulieren und ich werde mit ihm zusammenarbeiten“, sagte er. „Ich will keine Konfrontationspolitik, weil Konfrontationspolitik Pakistan beschädigt.“ Neben dem Parlament in Islamabad wurden am Montag die vier Provinzparlamente gewählt.

Musharraf, der sich bereits im vergangenen Herbst noch vom alten Parlament für weitere fünf Jahre im Amt hatte bestätigen lassen, stand nicht zur Wahl. Die Abstimmung wurde aber als Referendum über die Politik des Ex-Militärmachthabers gewertet.

Die Opposition kritisierte bereits vor der Wahl Manipulationen der PML-Q. Musharraf hatte eine freie, faire und transparente Abstimmung versprochen. Wahlbeobachter des pakistanischen Free and Fair Election Network (FAFEN), einem Zusammenschluss regierungsunabhängiger Organisationen, berichteten am Montagabend von Unregelmäßigkeiten, ohne aber bereits ein Gesamturteil zu fällen.

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