Beobachtung einer Oppsitionsgruppe
Angeblich geheime Atomanlage in Iran entdeckt

Nach einer Meldung der Pariser Zeitung „Libération“ soll der Iran eine geheime militärische Atomanlage betreiben, die auch die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) in Wien bisher nicht kannte.

HB PARIS. Das Blatt beruft sich dabei am Mittwoch auf die iranische Oppositionsgruppe Volksmudschahedin. Diese habe die Anlage in einer ehemaligen Kaserne in Lavisan bei Teheran entdeckt. Dort würden Forschungen aus der Anlage in Schijan fortgeführt, die 2003 abgerissen worden sei, bevor die IAEO sie habe überprüfen können. Die Volksmudschahedin haben der IAEO mehrfach Hinweise auf iranische Atomanlagen gegeben, die der Welt unbekannt waren.

Erst am Montag hatte sich Iran nach Verhandlungen mit Deutschland, Frankreich und Großbritannien bereit erklärt, die Uran-Anreicherung auszusetzen. Die Europäer haben laut „Libération“ Teheran im Gegenzug für diese Suspendierung zugesagt, „den Terrorismus einschließlich der Tätigkeit von Gruppen wie den Mudschahedin“ zu bekämpfen. Angereichertes Uran kann für die Herstellung von Atomwaffen verwendet werden. Nach Meinung der USA arbeitet Teheran an solchen Waffen. Iran hat wiederholt gesagt, es wolle Kernenergie nur friedlich nutzen.

Die USA hatten zuvor den zwischen dem Iran und der Europäischen Union (EU) erreichten Kompromiss im Streit um das Atomprogramm des Landes begrüßt. Ob das Land seine Aktivitäten zur Urananreicherung wie vereinbart tatsächlich aussetze, müsse aber erst überprüft werden, sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums.

„Dies ist ein nützlicher Schritt“, sagte Sprecher Richard Boucher am Dienstag vor Journalisten. „Es ist besser, wenn jemand einer Sache zustimmt als wenn er nicht zustimmt. Aber es macht nicht wirklich einen Unterschied, so lange es nicht umgesetzt und überprüft worden ist, und das ist es, was zählt“, sagte er. Es waren die ersten offiziellen Äußerungen Bouchers zu der am Montag veröffentlichten Vereinbarung, die Vertreter Frankreichs, Deutschlands und Großbritanniens im Namen der EU mit dem Iran ausgehandelt hatten.

Die Regierung in Teheran ist demnach bereit, ab dem 22. November alle Aktivitäten des Landes zur Urananreicherung auszusetzen. Im Gegenzug soll mit dem Land über eine Atom-Kooperation zu friedlichen Zwecken verhandelt sowie Gespräche über Handel und Hilfen aufgenommen werden.

Die Einigung mit den EU-Vertretern könnte nun das Bestreben der USA untergraben, die Angelegenheit vor den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) zu bringen, der Sanktionen gegen den Iran verhängen könnte. Ein hochrangiger Mitarbeiter des US-Außenministeriums, der namentlich nicht genannt werden wollte, sagte, die Chancen dafür stünden wohl eher schlecht, sollte die IAEA das Einhalten der Vereinbarungen durch den Iran bestätigen. Die Internationale Atomenergiebehörde der UN (IAEA) wird am 25. November zu einem Treffen zusammenkommen.

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