Beppe Grillo bis Berlusconi Wer nach dem „No“ in Italien jubelt

Für Matteo Renzi ist es eine Niederlage, für die anderen der Sieg: Die breite Front an Gegnern des Verfassungsreferendums in Italien feiert das Ergebnis. Ex-Premier Berlusconi könnte nun sogar sein Comeback starten.
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Der Gründer der konservativen Forza Italia sieht sich als den einzigen Oppositionsführer, der in der Lage ist, mit den regierenden Demokraten nach dem gescheiterten Verfassungsreferendum zu verhandeln. Quelle: AFP
Silvio Berlusconi

Der Gründer der konservativen Forza Italia sieht sich als den einzigen Oppositionsführer, der in der Lage ist, mit den regierenden Demokraten nach dem gescheiterten Verfassungsreferendum zu verhandeln.

(Foto: AFP)

RomSie haben lautstark für das „Nein“ beim Referendum geworben, bei dem Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi als Verlierer hervorgeht. Die breite Front an Gegnern jubelt. Wer vom Ausgang des Referendums profitieren könnte.

Fünf-Sterne-Bewegung

„Hurra!“ war das erste Wort, das der Anführer des „Movimento 5 Stelle“ in die Welt schickte, nachdem Renzi seine Niederlage eingestanden hatte. Kabarettist Beppe Grillo konnte mit seiner 2009 als eurokritische Protestinitiative gestarteten Partei wohl auch deshalb so schnell Erfolge verbuchen: Unkonventionell wie sie sich gibt hebt sie sich vom verrufenen Politikbetrieb ab.

Die Fünf-Sterne-Bewegung will sich weder rechts noch links einordnen, bezeichnet sich lieber als unabhängig und anti-elitär. Bei der Parlamentswahl holte sie 2013 aus dem Stand 25,5 Prozent und stellt seither die stärkste Oppositionspartei im Parlament. Umfragen sehen sie mittlerweile bei etwa 30 Prozent. Nach dem Referendum ließ die Partei verlauten: Sie sei bereit, Italien zu regieren.

Die Fünf-Sterne-Bewegung hofft, nach der Niederlage Renzis bei Neuwahlen ihren Einfluss zu vergrößern. Wenn es nach Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi geht, beflügelt der Ausgang der Volksabstimmung die Partei: „Jetzt bauen wir das Land wieder auf. Unsere Revolution macht nicht in Rom und Italien Halt.“

Dabei hat die junge Rechtsanwältin in Rom selbst noch einige Baustellen: Seit ihrer Wahl im Juni wird ihr immer wieder Organisationschaos vorgeworfen, mehrere ihrer Mitstreiter sind schon zurückgetreten. Die Fünf-Sterne müssen erst beweisen, dass sie Führung können - und dass sie einen Kandidaten haben, der bei einer Parlamentswahl bestehen kann. Anführer Grillo kommt dafür jedenfalls nicht in Frage: Er darf selbst gar nicht im Parlament sitzen, da er nach einem Autounfall wegen fahrlässiger Tötung vorbestraft ist.

Lega Nord

Der Chef der ausländerfeindlichen Lega Nord nutzte die Gunst der Stunde - er war der erste, der vor die Kameras trat, als sich der Sieg des „Nein“ beim Referendum abzeichnet. Matteo Salvini sieht die Rechtspopulisten seiner Partei als Sieger der Abstimmung und machte umgehend klar: „Wir können es nicht erwarten, auf die Probe gestellt zu werden.“

Berlusconi spekuliert auf Comeback
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2 Kommentare zu "Beppe Grillo bis Berlusconi: Wer nach dem „No“ in Italien jubelt"

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  • Marc Hofmann > so sieht es aus. Die EU funktioniert nicht.. Die EU ist lediglich eine Plattform von ein paar selbstherlichen Spinnern, die glauben, nur auf dem Kutschbock sitzen zu können und die Pferde finden schon irgendwie ihren Weg.

  • Forza Italia, forza Berlusconi.

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