International
Beratungsfirma soll bei Registrierung von US-Wählern betrogen haben

Schwere Vorwürfe gegen eine von den Republikanern finanzierte US-Beratungsfirma haben Wahlhelfer erhoben. Sie seien angewiesen worden, nur republikanische Wähler zu registrieren - und Karten von Demokraten zu vernichten.

HB BERLIN. Eine den Republikanern nahestehende Beratungsfirma steht im Verdacht, in mehreren US-Staaten bei der Registrierung von Wählern betrogen zu haben. Die vom Republican National Committee (RNC) finanzierte Firma Sproul & Associates soll unter anderem Registrierungskarten von Menschen vernichtet haben, die sich als Anhänger der Demokraten zu erkennen gaben. Zudem sollen Mitarbeiter angewiesen worden sein, möglichst nur konservative Wähler zu registrieren.

«Wir nehmen diese Vorwürfe sehr ernst», sagte der Leiter der Wahlbehörde im US-Staat Oregon, Bill Bradbury, am Freitag. Allein dort habe es drei entsprechende Beschwerden gegeben. Abgeordnete in Pennsylvania beauftragten die Staatsanwaltschaft ebenfalls mit Ermittlungen.

Die in Arizona ansässige Firma Sproul & Associates wurde im vergangenen Jahr gegründet und seit Juli vom RNC mit fast einer halben Million Dollar unterstützt. Ehemalige Angestellte in Wahlwerbekolonnen berichteten von Anweisungen, wonach sie nur Republikaner registrieren sollten.

Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur AP, er habe gesehen, wie ein Abteilungsleiter von Sproul mehrere Registrierungskarten zerriss, die von Demokraten ausgefüllt worden waren. Auch Wahlhelfer Adam Banse aus Minneapolis, wo er in den Vororten Wähler zum Registrieren animieren sollte, berichtete der AP von schlechten Erfahrungen mit der Beraterfirma: «Sie sagten: 'Wenn Du einen Stapel demokratische Karten zurückbringst, dann bist Du gefeuert'.» Da habe er gekündigt.

Wie Banse haben sich in den vergangenen zwei Wochen mehrere ehemalige Wahlwerber mit ähnlichen Vorwürfen in West Virginia, Pennsylvania, Nevada und Oregon gemeldet. Firmeninhaber Nathan Sproul, der frühere Parteivorsitzende der Republikaner in Arizona, wies die Vorwürfe als «Erfindung der Demokraten» zurück. «Sie prangern Betrug an, wo keiner ist, und bekommen auch noch die Medien dazu, darüber zu berichten.»

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