Bereits dritter Anschlag innerhalb von drei Tagen
Zwei tote Soldaten im Irak

Die Konfrontation zwischen Aufständischen und dem Militär in den Rebellenhochburgen des Westiraks wird immer härter. Während die US-Armee erneut mutmaßliche Verstecke der Anhänger von Abu Mussab el Sarkawi in Falludscha bombardierte, sprengte sich ein Attentäter in Ramadi mit seinem Wagen in der Nähe eines US-Konvois in die Luft.

HB BAGDAD. Bei einem Angriff von Aufständischen in Basra im Süden des Landes kamen nach Militärangaben zwei britische Soldaten ums Leben. Der jordanische König Abdullah II. hält faire und unanfechtbare Wahlen im Irak bei anhaltendem Chaos für unmöglich. Der Anschlag in Ramadi war bereits der Dritte sei Sonntag.

Der Konvoi in Ramadi bestand aus drei Panzerfahrzeugen und fünf Jeeps, berichteten Augenzeugen in der 100 Kilometer westlich von Bagdad gelegenen Stadt. Im Anschluss an die Explosion kam es zu einem kurzen Feuergefecht zwischen Aufständischen und US-Soldaten. Den Augenzeugen zufolge gab es unter den Soldaten etliche Opfer. Am Morgen hatte das US-Militär erneut Ziele in Falludscha bombardiert.

Das US-Militärkommando sprach von einem „Präzisionsschlag“ gegen eine Basis der Terroristen. Angaben über zivile Opfer lagen nicht vor. Bei einem Selbstmordattentat vor einem amerikanisch-irakischen Kontrollpunkt nahe der Nachbarstadt Falludscha waren am Montag nach Polizeiangaben drei irakische Nationalgardisten getötet und mehrere andere verletzt worden. Auch unter den US-Soldaten soll es Opfer gegeben haben. Sarkawis Terrorgruppe El Tawhid wa El Dschihad hatte sich am Montag zu diesem und einem weiteren Anschlag bekannt.

In der Nähe der nordirakischen Stadt Mossul wurde ein türkischer Lastwagenfahrer von Unbekannten überfallen und getötet. Der 46-Jährige habe Treibstoff für die Amerikaner transportiert, berichteten türkische Medien. In Nadschaf erschossen Unbekannte nach Polizeiangaben vor einer Wache zwei Polizisten und verletzten drei. Die Angreifer konnten fliehen.

Im Bagdader Geschäftsviertel Karrade explodierte am Morgen ein Sprengsatz. Nach Angaben von Krankenhausärzten wurde ein Iraker getötet und ein weiterer verletzt. Abdullah sagte: „Nur wenn die Lage sich bessert und die Atmosphäre sich verändert, werden Wahlen im Januar abgehalten werden können.“

Sollte es bis zum Wahltag keine Beruhigung geben, würden die Extremisten am besten organisiert sein und die Ergebnisse diesen Vorteil der extremen Kräfte widerspiegeln, sagte der König der französischen Zeitung „Le Figaro“. Wie die ägyptische Vertretung in Bagdad bestätigte, wurde inzwischen einer von insgesamt sechs im Irak verschleppten ägyptischen Ingenieuren freigelassen. Die Botschaft rechne bald mit der Freilassung der restlichen Mitarbeiter der Mobilfunkfirma.

Die beiden im Irak verschleppten Italienerinnen sollen nach Informationen der kuwaitischen Zeitung „Al-Rai Al-Aam“ demnächst gegen Zahlung von einer Million Dollar Lösegeld freigelassen werden. Die Entführer hätten am Montag bereits die Hälfte der Summe erhalten. Ein Unterhändler solle noch diese Woche den Rest des Geldes übergeben und dabei die beiden Frauen in Empfang nehmen, hieß es. Die italienischen Geheimdienste bewerten die Angaben mit größter Vorsicht. Die Angelegenheit sei in einer “delikaten Phase“, meldete das staatliche Fernsehen unter Berufung auf Geheimdienstkreise. Das Verhalten der Entführer lasse sich nur schwer abschätzen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%