Bericht: bulgarische Geisel ermordet
Manila zieht Soldaten aus dem Irak ab

Die Philippinen haben als erstes Land dem Druck von Geiselnehmern im Irak nachgegeben und mit dem vorzeitigen Abzug ihres Kontingents begonnen. Unterdessen soll laut dem Nachrichtensenders El Dschasira eine der bulgarische Geiseln ermordet worden sein.

HB MANILA/BAGDAD/WASHINGTON. Bis zum Mittwochmorgen hätten 8 der insgesamt 51 Mann die Heimreise angetreten, teilte Außenministerin Delia Albert mit. Einen Tag zuvor hatte Vize- Außenminister Rafael Sequis angekündigt, Manila wolle zur Rettung des Lebens der Geisel seine Soldaten und Polizisten so schnell wie möglich abziehen.

Unterdessen haben Extremisten ihre Morddrohung gegen eine der beiden bulgarischen Geiseln nach einem Bericht des arabischen Nachrichtensenders El Dschasira wahr gemacht. El Dschasira zeigte Dienstagabend ein Video, in dem die Gruppe El Tawhid wa El Dschihad erklärt, sie habe einen der beiden Gefangenen hingerichtet. Als Anführer der Gruppe gilt der Jordanier Abu Mussab el Sarkawi. Die Gruppe hatte sich auch zu den Enthauptungen des US-Geschäftsmanns Nicholas Berg und des südkoreanischen Übersetzers Kim Sun-il bekannt.

Die Terroristen drohten auch die zweite Geisel innerhalb von 24 Stunden zu töten, falls nicht alle irakischen Gefangenen oder zumindest alle weiblichen Häftlinge von den US-geführten Besatzungskräften freigelassen würden. Außenminister Solomon Passy sagte in der Nacht vor Journalisten in Sofia, der Bericht über die Ermordung müsse überprüft werden. Im Irak sind knapp 500 bulgarische Soldaten stationiert.

Die USA hatten die Überlegungen der Regierung in Manila, wegen der Geiselnahme eines Philippiners vorzeitig ihre Truppen im Irak abzuzuziehen, als „falsches Signal“ an die Terroristen kritisiert. Die US-Regierung sei „angesichts des Ringens um Stabilität und Frieden im Irak ... enttäuscht“ über die Erklärungen aus Manila, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums in Washington, Richard Boucher, am Dienstag.

Die Entführer des 46 Jahre alten philippinischen Lastkraftwagenfahrers Angelo de la Cruz haben gedroht, den achtfachen Vater umzubringen, falls die Regierung in Manila ihre 51 Soldaten nicht rasch aus dem Irak abziehe. Geplant war der Abzug zum 20. August. Die USA erwarten nach den Worten Bouchers eine Klärung, was die bisherigen Äußerungen in Manila zu dem Entführungsfall konkret zu bedeuten hätten.

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