Bericht der serbischen Untersuchungskommission
Srebrenica-Massaker war Völkermord

Erstmals seit dem Ende des Bürgerkrieges in Bosnien (1992-1995) haben bosnischen Serben das Massaker serbischer Militärverbände an Muslimen in der Stadt Srebrenica im Juli 1995 als Völkermord anerkannt.

HB SARAJEVO. Das berichtete Bernard Fassier als Vertreter des internationalen Bosnien-Beauftragten, Paddy Ashdown, am Montag in Sarajevo. In einem Bericht der serbischen Untersuchungskommission zu Srebrenica sei erstmals die Ermordung von mehr als 7800 Muslimen eingeräumt worden. Der Kommissionsbericht, der vor kurzem der bosnisch-serbischen Regierung übermittelt worden war und noch nicht veröffentlicht ist, nenne auch eine Reihe von Tätern, so dass die bosnische Justiz aktiv werden könne, sagte Fassier weiter.

Aus dem zweitgrößten bosnischen Massengrab nahe der Stadt Prijedor sind 456 Leichen geborgen worden. Es handele sich um Muslime und Kroaten, die von den Serben zu Beginn des Krieges im Gefangenenlager Omarska ermordet worden waren, berichtete die Vermisstenkommission am Montag in Sarajevo. Die Fotos geschundener Gefangener aus diesem Lager hatten weltweit Entsetzen hervorgerufen. Das 17 Meter lange, sechs Meter breite und sechs Meter tiefe Grab liegt in der Nähe des Dorfes Stari Kevljani.

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