Bericht eines arabischen TV-Senders
Bin Ladens Stellvertreter angeblich gefasst

Iranische Sicherheitskräfte haben nach Informationen des arabischen Fernsehsenders El Arabija den Ägypter Eiman el Sawahiri festgenommen, der als Stellvertreter von El-Kaida- Anführer Osama bin Laden gilt.

HB/dpa KAIRO. Der Sender berichtete am Freitag unter Berufung auf ungenannte westliche Diplomaten, Sawahiri und El-Kaida-Sprecher Suleiman Abu Gheith seien unter den von Iran in den vergangenen Monaten festgenommenen El-Kaida-Verdächtigen aus Afghanistan. Eine Bestätigung der Festnahme aus anderer Quelle gab es zunächst nicht.

Eine Auslieferung an die USA, die beide Männer auf ihrer Liste der gefährlichsten Terroristen führt, sei nicht zu erwarten, meldete der Sender weiter. Allerdings wolle der britische Außenminister Jack Straw in dieser Angelegenheit in den nächsten Tagen nach Teheran reisen.

Der Iran hat am Freitag die Meldungen bestritten, wonach iranische Sicherheitskräfte den Ägypter Eiman el Sawahiri festgenommen hätten. Wie der US-Nachrichtensender CNN aus Teheran berichtete, bezeichnete Außenamtssprecher Hamid Resa Assefi den Bericht des arabischen Fernsehsenders El Arabija als falsch. Assefi räumte ein, dass eine Reihe Verdächtigter in Iran festgehalten würde. Ihre Identifizierung sei aber noch nicht abgeschlossen. Und das Ergebnis der Personalüberprüfung würde auch nicht den Medien mitgeteilt.

Arabische Medien hatten nach der Festnahme von Führungsmitgliedern der iranischen Oppositionsgruppe Volksmudschahedin in Frankreich gemutmaßt, dies könnte die Belohnung für ein Entgegenkommen der Iraner in Sachen El-Kaida-Inhaftierte sein.

In der iranischen Hauptstadt war zuvor bereits spekuliert worden, der „Terror-Doktor„, wie Sawahiri wegen seiner früheren Tätigkeit als Arzt genannt wird, könne zu den rund 500 Festgenommenen gehören, die nach offiziellen Angaben seit dem Ende des Taliban-Regimes illegal nach Iran gekommen waren. Außenminister Kamal Charrasi hatte Ende Mai erstmals eingeräumt, dass unter den Inhaftierten auch Angehörige des Terrornetzwerks El Kaida sein könnten.

Seither arbeitet Teheran an der Auslieferung der mutmaßlichen Extremisten an ihre Heimatländer. Einigen von ihnen war von ihren Heimatländern jedoch die Staatsbürgerschaft aberkannt worden, so etwa im Falle von Sprecher Abu Gheith. Arabische Medien hatten zuvor bereits berichtet, auch einer der Söhne Bin Ladens sei in Iran in Haft. Einige saudische Verdächtige soll Iran bereits den saudischen Behörden übergeben haben.

Sawahiri war nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 mehrfach aus seinem Versteck heraus mit Hassbotschaften gegen die USA und Israel hervorgetreten. Seine Aufrufe zur Gewalt waren meist noch direkter und schroffer formuliert als die Bin Ladens.

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