Berichte über Massaker
Uno-Truppe löst EU-Soldaten in Kongo ab

Die offizielle Ablösung durch eine verstärkte Uno-Truppe hat am Montag in Kongo den ersten Friedenseinsatz der Europäischen Union außerhalb des Kontinents beendet. Bis zu 3 800 Blauhelm-Soldaten sollen künftig in der gesamten Unruheprovinz Ituri für Ruhe sorgen, notfalls auch mit Gewalt.

HB/dpa BUNIA/NAIROBI. Seit Mitte Juli seien in der Stadt Fataki etwa 200 Menschen getötet worden, berichtete die Uno-Nachrichtenagentur IRIN unter Berufung auf einen Milizensprecher.

„Die Gewaltakte, die heute noch verübt werden, sind nur die letzten Zuckungen eines Konfliktes, der sich erschöpft hat“, sagte William Swing, der Kommandeur der Uno-Mission MONUC, bei der offiziellen Übergabe. Bislang sind rund 2400 Soldaten der so genannten Ituri-Brigade eingetroffen, die meisten aus Bangladesch.

Das Mandat der EU-Truppe mit etwa 1400 Soldaten war auf die Provinzhauptstadt Bunia beschränkt. An dem Einsatz unter französischem Kommando waren auch Bundeswehrsoldaten beteiligt gewesen. Sie leisteten vom benachbarten Uganda aus logistische Hilfe. Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) sagte, die Lage sei stabilisiert worden. Er lobte außerdem das Engagement Frankreichs.

Außerhalb von Bunia war es während des dreimonatigen Einsatzes weiterhin zu Massakern gekommen. In Bunia selbst waren im Mai bei Kämpfen verfeindeter Stammesmilizen der Lendu und Hema etwa 500 Menschen ums Leben gekommen. Die vorherige Uno-Mission war wegen ihres begrenzten Mandats tatenlos geblieben.

Hintergrund der Kämpfe sind auch die Rohstoffe, unter anderem Gold, Tropenholz und Coltan. Menschenrechtsorganisationen werfen sowohl der kongolesischen Regierung als auch den Nachbarländern Ruanda und Uganda die militärische Unterstützung der Milizen vor. Seit 1999 sind in der Region etwa 50 000 Menschen ums Leben gekommen.

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