Berlin, Düsseldorf und Bonn
Tausende demonstrieren gegen Mohammed-Karikaturen

Mit friedlichen Demonstrationen haben sich tausende Muslime in Deutschland den internationalen Protesten gegen die Mohammed-Karikaturen angeschlossen. Unterdessen hat sich Dänemark wegen der Karikaturen aus einigen moslemischen Ländern zurückgezogen.

HB BERLIN/DÜSSELDORF/BONN. In Berlin, Düsseldorf und Bonn gingen am Samstag insgesamt 4500 Muslime wegen der zuerst in dänischen Zeitungen gedruckten satirischen Zeichnungen auf die Straße. Auch in anderen Städten gab es kleinere Kundgebungen. Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) nannte die Veröffentlichung am Samstag auf dem 7. Dschiddah Wirtschaftsforum in Saudi-Arabien einen großen Fehler. Er rief die Europäer zu größerem Verständnis für die Gefühle der Muslime auf.

Die größte Demonstration mit rund 2200 Teilnehmern gab es am Samstag in Düsseldorf vor dem dänischen Honorarkonsulat. Vor der dänischen Botschaft in Berlin versammelten sich rund 1200 Muslime. Sie trugen Schilder mit Parolen wie „Pressefreiheit ja, Pressefrechheit nein“ und „Gegen Propheten-Karikatur verlangen wir Zensur“. In Bonn zogen etwa 1100 Menschen durch die Stadt. Mehrere hundert Polizisten begleiteten jeweils die Demonstranten, mussten aber nicht eingreifen.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und sein türkischer Kollege Abdullah Gül würdigten die Besonnenheit der muslimischen Gemeinden in Deutschland. Sie hätten sowohl die Respektlosigkeit gegenüber dem Propheten Mohammed abgelehnt als auch sich in aller Deutlichkeit gegen Gewalt ausgesprochen, schrieben sie in einem gemeinsamen Beitrag in der „Bild“-Zeitung und der türkischen Zeitung „Hürriyet“. Zugleich zeigten sie sich besorgt über die wachsenden Spannungen zwischen dem Westen und der islamischen Welt und riefen Christen und Muslime zu wechselseitigem Respekt und zu Toleranz auf.

Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) lobte ebenfalls das Verhalten der Muslime in Deutschland. „In allen Moscheen, die meine Mitarbeiter von Verfassungsschutz und Staatsschutz auch verdeckt betreut haben, werden die Karikaturen zwar angesprochen, es wird aber auch betont, dass Gewalt unter keinen Umständen gerechtfertigt ist“, sagte er der „Welt am Sonntag“. Zugleich warnte er aber: „Es gibt durchaus eine abstrakte Gefahrensituation.“

Seite 1:

Tausende demonstrieren gegen Mohammed-Karikaturen

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%