Berlin über Angriffe auf Jemen
„Wir haben keine Zweifel an der Legitimität“

Saudi-Arabien will seine Vormachtstellung im arabischen Raum festigen und schlägt im Jemen zu. Ziel der Bombardements sind die Huthi-Rebellen – hunderte Menschen flohen aus Panik. Berlin hält die Angriffe für legitim.
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SanaaSaudi-Arabien und seine arabischen Verbündeten haben den zweiten Tag in Folge die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen aus der Luft angegriffen. Kampfflugzeuge bombardierten am Freitag Ziele in der Hauptstadt Sanaa und an anderen Orten. Lokale Medien meldeten die bisher stärksten Luftschläge. Hunderte Menschen flohen aus Panik aus Sanaa, wie Augenzeugen berichteten. Die Bundesregierung hält die Luftangriffe im Jemen für vereinbar mit dem Völkerrecht. Die USA unterstützen die von Saudi-Arabien geführte Allianz aktiv.

Der Sprecher des Außenministeriums, Martin Schäfer, sagte in Berlin: „Wir haben keine Zweifel an der Legitimität.“ Von der Regierung des Jemen habe es in einer „außerordentlich bedrohlichen Situation“ eine Bitte an die Staatengemeinschaft gegeben. Zugleich mahnte Schäfer eine politische Lösung an. „Wir setzen darauf, dass diese militärische Intervention eine kurzfristige ist“, sagte er.

Washington bestätigte logistische Hilfe und die Lieferung von Geheimdienst-Informationen für Riad. Der Sprecher im Außenministerium, Jeff Rathke, sagte, politische Verhandlungen seien zwar der beste Weg aus dem Bürgerkrieg im Jemen. „Aber wir verstehen auch die Sorgen der Saudis über das Versagen der Huthis, sich sinnvoll in den politischen Dialog einzubringen.“

Die USA bauen eine gemeinsame Planungsstelle mit Saudi-Arabien auf, um ihre Unterstützung zu koordinieren. Amerikanische Truppen sind laut Weißem Haus nicht direkt an dem Militäreinsatz beteiligt. Präsident Barack Obama habe die Hilfsleistungen genehmigt.

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„Übermotivierte Ambitionen einiger Länder“

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  • Nun, mit der Terror-Logik (die bei uns ja geradezu überschäumt) werden sich die schiitischen Bürger zunehmend gegen den sunnitischen Terror durch Al Kaida wehren müssen, und logischerweise durch den wahabitisch-sunnitischen Terror aus der Luft. So, wie die Bundesregierung zur besseren Verteidigung der Kurden Waffen spendiert hat, ist sicherlich nichts dagegen einzuwenden, wenn der Iran seinen Schutzbefohlenen auch ein paar Luftabwehrraketen zur Verfügung stellt und gegen die drohende Panzer-Invasion gibts solche Mann-gestützten Panzerabwehrraketen, wie sie die USA und Saudi-Arabien fleissig an die Rebellen gegen Syrien verteilt haben. Es ist doch sicher unbestritten, dass Hr. Assad der legitime Regierungschef Syriens ist, oder ?? Oh, wenn ich diese verlogene Brut (die sich "Volksvertreter" nennt) doch nur mal das ausbaden lassen könnte, was sie Anderen so spielend leicht zumutet. Wenn dann die Bevölkerung leidet macht man eine Betroffenheits-Erklärung und schickt dann seine Hilfsorganisations-Armeen hin. Hauptsache an den primären Waffen-Export-geschäften wird nicht gerüttelt, die eigene Verantwortung nicht hinterfragt. Hauptsache überall mitmischen und die Welt mit 2 unterschiedlichen Massstäben bewerten - ohne dabei vor Scham zu erröten ... .

  • Welch ein Geschrei wäre gewesen, wenn Rußland die Ukraine bombadiert hätte, nachdem der gestürzte Präsident geflohen war. Das ist absolut vergleichbar mit dem Angriff der Saudis auf den Jemen. Der Unterschied ist allerdings ,dass die Saudis von den USA unterstützt werden. Und schon ist es legitim. Gleich am ersten Tag tote Kinder, kein Problem! Nachdem offensichtlich ist, dass unsere Politiker gegenüber den USA immer abnicken müssen, wäre es oft besser sie würden schweigen. Dieses so tun, als hätten sie was zu sagen, ist lächerlich.

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