Berlusconi contra Veltroni
Italien wählt ein neues Parlament

In Italien haben am Sonntag zweitägige Parlamentswahlen begonnen. Umfragen bescheinigen dem ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi bis zu neun Prozent Vorsprung vor seinem schärfsten Konkurrenten Walter Veltroni. Trotzdem könnte der Wahlausgang knapp werden.

HB ROM. In Italien haben am Sonntagmorgen vorgezogene Parlamentswahlen begonnen. Zwei Tage lang sind mehr als 47 Millionen Bürger aufgerufen, die Abgeordnetenkammer und den Senat neu zu bestimmen. Außerdem werden die Stadträte und Bürgermeister in mehreren hundert Städten und Gemeinden neu bestimmt, darunter auch in Rom.

Die Wahlen für das Abgeordnetenhaus und den Senat wurden vorgezogen, weil die Mitte-Links-Regierung von Ministerpräsident Romano Prodi nach nur 20 Monaten Amtszeit ihre knappe Mehrheit im Senat verloren hatte. Um Mandate bewerben sich 32 Parteien.

Spitzenkandidat der Linken ist der ehemalige Bürgermeister von Rom, Walter Veltroni. Der 52-Jährige führt die neugebildete Demokratische Partei, in der unter anderem die bisherigen Linksdemokraten aufgegangen sind.

Gute Aussichten, zum dritten Mal in 14 Jahren die Regierung zu bilden, hat jedoch der 71-jährige Unternehmer Silvio Berlusconi. Er steht an der Spitze des neuen konservativen Bündnisses „Volk der Freiheit“, dem Berlusconis eigene Partei Forza Italia, die rechtsgerichtete Nationale Allianz und andere Parteien der Rechten angehören.

Obwohl Umfragen der Berlusconi-Bewegung bis zu neun Prozentpunkte Vorsprung vor Veltronis Demokratischer Partei bescheinigten, könnte der Wahlausgang dennoch knapp werden, weil etwa ein Drittel der Stimmberechtigten noch unentschlossen ist.

Gewählt wird nach einem reinen Verhältniswahlrecht. Gehört eine Partei einem der großen Bündnisse an, reichen bereits zwei Prozent der Stimmen für den Einzug ins Abgeordnetenhaus und drei Prozent für den Senat. Für sonstige Parteien gilt eine Vierprozenthürde für das Abgeordnetenhaus und eine Achtprozenthürde für den Senat.

Die Wahllokale sind am Sonntag bis 20.00 Uhr geöffnet. Am (morgigen) Montag kann von 7.00 Uhr bis 15.00 Uhr gewählt werden. Zu diesem Zeitpunkt werden die Ergebnisse von Wählernachfragen veröffentlicht, von denen bereits eine erste zuverlässige Prognose erwartet wird.

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