„Berlusconi-Effekt“: Vor Wahl steigt in Italien die Nervosität

„Berlusconi-Effekt“
Vor Wahl steigt in Italien die Nervosität

Noch liegt Silvio Berlusconi in den Umfragen vor den Wahlen in Italien zurück, aber er holt deutlich auf. Nach bewährtem Rezept verspricht er den Bürgern Steuergeschenke. Die Linke dagegen schwächelt.

RomSeine Gegner sprechen von verantwortungsloser Demagogie, von der ewigen Show des Cavaliere. Oder sie sehen bereits ein Horror-Szenario auf Italien zukommen, sollte Silvio Berlusconi nach den Parlamentswahlen in gut zweieinhalb Wochen wieder einmal als Sieger auf dem Feld stehen. Denn der dreimalige Regierungschef aus Mailand hat mit vollmundigen Wahlversprechen und harschesten Worten gegen Europa und Deutschland schon viel Boden gut gemacht.

Doch damit steigt in Italien die Nervosität. Die Märkte und Börsen reagieren bereits negativ: Sie scheinen zu befürchten, in Italien könne nach dem Reformtempo von Ministerpräsident Mario Monti der alte Schlendrian zurückkehren.

„Berlusconi ist unfähig zu regieren, er ist aber auch geschickt und skrupellos“, warnt Dario Franceschini vom Mitte-Links-Bündnis davor, den 76-jährigen Milliardär und Medienzar zu unterschätzen. Das tun inzwischen nur noch wenige. Nach seinem erzwungenen Rücktritt im November 2011 hielten die meisten Italiener das Kapitel Berlusconi mit seinen Skandalen und Prozessen endgültig für beendet. Während das hoch verschuldete Land in eine anhaltende Rezession rutschte, sank auch Berlusconis Mitte-Rechts-Partei PdL (Volk der Freiheit) in den Abgrund. Doch dieses Blatt wendet sich.

Der vor knapp zwei Jahrzehnten vom Unternehmer zum Politiker gewandelte Berlusconi hat den Kampf noch einmal aufgenommen - und das mit einem Erfolg, der seine Gegner erschreckt. Innerhalb weniger Wochen Wahlkampf in der ihm eigenen Art gelang es ihm, die Umfragewerte des Mitte-Rechts-Bündnisses spürbar zu verbessern.

Lange Zeit hatte es so ausgesehen, als könne die Linke um den Chef der Demokratischen Partei PD, Pier Luigi Bersani, bei den leicht vorgezogenen Parlamentswahlen am 24./25. Februar problemlos einen klaren Sieg einfahren - und damit erstmals wieder seit Romano Prodi den Regierungschef stellen. Doch jetzt schleichen sich Zweifel bei der Linken ein. Silvio forever?

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Komiker-Partei an dritter Stelle

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