Berlusconi ist mit Freispruch nicht einverstanden
Todesschüsse auf Sgrena-Befreier ohne Folgen

HB BERLIN. Nach den tödlichen Schüssen auf den italienischen Geheimdienstmitarbeiter Nicola Calipari vor zwei Monaten im Irak haben amerikanischen Ermittler die beteiligten US-Soldaten von jeder Schuld freigesprochen. «Dies war ein tragischer Unfall», sagte Brigadegeneral Peter Vangjel und bekundete der Familie Caliparis «tiefstes Mitgefühl».

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi, der mit diesem Ergebnis nicht einverstanden ist, kündigte am Samstag an, er suche nunmehr das direkte Gespräch mit George W. Bush. Die Regierung in Rom weigert sich, die Schlussfolgerungen der amerikanischen Seite über den tödlichen Zwischenfall nach der Befreiung der verschleppten Journalistin Giuliana Sgrena am 4. März mitzutragen.

Italienische und amerikanische Fachleute hatten mehr als einen Monat gemeinsam ermittelt. Im am Samstag vorgelegten US-Untersuchungsbericht heißt es, dass das Fahrzeug mit Calipari, Sgrena und einem weiteren italienischen Agenten mit unvermindertem Tempo auf den Kontrollpunkt zugefahren sei, und dass sich die Soldaten gemäß den Regeln verhalten hätten.

Die Italiener wollen ihren eigenen Bericht in einigen Tagen vorlegen, wie das Außenministerium mitteilte. Regierungschef Berlusconi sagte der Nachrichtenagentur Ansa, er habe mit Bush in den vergangenen Tagen noch nicht gesprochen, «aber ich denke, dass ich ganz sicher mit ihm reden werde». In der italienischen Presse stieß Roms Unnachgiebigkeit gegenüber Washington auf breite Zustimmung.

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