Bernard Cazeneuve

Frankreichs Innenminister ruft Patrioten zum Polizeidienst auf

Jeder, der will, darf: Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve appelliert an patriotische Mitbürger, sich dem freiwilligen Polizeidienst anzuschließen. Eine operative Reserve könne die Sicherheit stärken.
Derzeit besteht die Truppe aus 12.000 Freiwilligen, die sich aus der nationalen Gendarmerie und der Polizei rekrutieren. Quelle: dpa
Polizei

Derzeit besteht die Truppe aus 12.000 Freiwilligen, die sich aus der nationalen Gendarmerie und der Polizei rekrutieren.

(Foto: dpa)

ParisFrankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve hat nach dem Anschlag von Nizza alle patriotischen Franzosen zum freiwilligen Polizeidienst aufgerufen. Jeder, der wolle, könne sich dieser operativen Reserve anschließen, sagte Cazeneuve am Samstag. Derzeit besteht die Truppe aus 12.000 Freiwilligen, die sich aus der nationalen Gendarmerie und der Polizei rekrutieren. Auf diese Truppe, die schnell mobilisierbar sei, könnten die Präfekten je nach Ereignissen und zur Sicherung von Orten und Veranstaltungen zurückgreifen.

„Szenen des Horrors“
Polizisten in der Nähe des Anschlagsortes
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Nach dem Anschlag im südfranzösischen Nizza ist die Zahl der Todesopfer auf 84 gestiegen. 18 weitere Menschen seien schwer verletzt, erklärte das französische Innenministerium am Freitagmorgen. Zudem gebe es rund 50 Leichtverletzte. Das US-Außenministerium bestätigte mittlerweile, dass zwei Amerikaner unter den Getöteten sind.

Vermisste Deutsche
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Das Auswärtige Amt schließt nicht aus, dass auch Deutsche unter den Opfern von Nizza sind. Ein Team des Generalkonsulats Marseille sei auf dem Weg nach Nizza, um vor Ort die Lage weiter aufzuklären und gegebenenfalls betroffenen Deutschen Hilfe und Beistand zu leisten, sagt eine Sprecherin. Zwei Schülerinnen und eine Lehrerin einer Berliner Schule werden vermisst, wie ein Lehrer der Paula-Fürst-Schule sagte. Schon in der Nacht habe die Schule in Frankreich eine Vermisstenanzeige aufgegeben.

Der Lastwagen, mit dem der Anschlag begangen wurde
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Ein Mann war am Donnerstagabend während eines Feuerwerks zum französischen Nationalfeiertag auf der Strandpromenade von Nizza mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge gerast. Er gab auch Schüsse mit einer Pistole ab, bevor er von Polizisten erschossen wurde. Bei dem Täter handelt es sich laut Polizeikreisen um einen 31-jährigen in Tunesien geborenen Franko-Tunesier. Er sei der Polizei wegen allgemeiner Vergehen bekannt gewesen. Im Visier der Geheimdienste habe er aber nicht gestanden.

Uferpromenade nach dem Anschlag
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Es sei der blanke Horror gewesen, sagen Augenzeugen. „Die Leute sind umgefallen wie Kegel“, sagte ein Mann dem Sender „France Info“.

Einsatzkräfte nach dem Anschlag
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Kurz vor der Attacke hatte es an der berühmten Strandpromenade von Nizza anlässlich des französischen Nationalfeiertags ein Feuerwerk gegeben. 30.000 Menschen waren gekommen.

Soldaten und Polizisten an der Promenade
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Videoaufnahmen zeigten Chaos und Panik. Verängstigte Menschen rannten auf der „Promenade des Anglais“ um ihr Leben. Auf dem Asphalt lagen Leichen, Verletzte bluteten oder hatten verbogene Gliedmaßen. Éric Ciotti, Präsident des Départementrats von Alpes-Maritimes, sprach von „Szenen des Horrors“.

Schockierte Überlebende des Angriffs
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Der Lastwagen sei über den Bürgersteig gerast und habe „mehrere hundert Leute niedergemäht“, bevor ihn die Polizei gestoppt habe, sagte der französische Politiker Eric Ciotti. Im Lastwagen seien später Schusswaffen und Granaten gefunden worden, erklärte Bürgermeister Christian Estrosi.

  • dpa
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