Berufung auf „Zustandsbericht“ des Verteidigungsministeriums
Nordkorea rüstet weiter auf

Das kommunistische Nordkorea hat nach Presseberichten aus Südkorea mit der Aufstellung neuer Mittelstreckenraketen begonnen. Zudem gebe es erste Tests von Triebwerken für einen neue Langstreckenrakete.

HB SEOUL. Die neuen Mittelstreckenraketen sollen Reichweiten von bis zu 4000 Kilometern haben; sie können demnach Hawaii und die US-Pazifikinsel Guam erreichen. Außerdem habe das nordkoreanische Militär bereits Triebwerke für die in eigener Entwicklung befindliche Langstreckenrakete Taepodong-2 getestet, die bis zu 6000 Kilometer weit fliegen könne, berichteten südkoreanische Zeitungen am Mittwoch. Sie beriefen sich dabei auf einen „Zustandsbericht“ über Nordkorea von Verteidigungsminister Cho Young Gil vor dem Parlament in Seoul.

Das kommunistische Land wolle mit den jüngsten Aufrüstungsmaßnahmen seine militärische Überlegenheit über Südkorea untermauern und ein Umfeld schaffen, in dem die geteilte koreanische Halbinsel auf der Grundlage seiner militärischer Stärke erreicht werden könne, hieß es.

Zwar habe das Ministerium weder Zahl der aufgestellten ballistischen Raketen noch deren Standorte genannt. Doch hätten US-Spionagesatelliten zehn Einheiten der neuen Mittelstreckenraketen sowie deren Abschussbasen entdecken können, berichtete die „Chosun Ilbo“ unter Berufung auf ungenannte Informationsquellen.

Nordkorea habe zudem nach dem Beginn des von den USA angeführten Kriegs gegen den Irak etwa 80 Untergrundbasen gebaut, um seine Raketenaufrüstung zu tarnen, berichtete die Zeitung „Korea Herald“. Die Tests der Triebwerke seien der letzte Schritt vor einem möglichen Testflug der Taepodong-2-Rakete. Diese könnte Teile Alaskas erreichen.

Der Start einer mehrstufigen Taepodong-1-Rakete in Nordkorea im August 1998, die über japanisches Territorium geflogen und in den Pazifik gestürzt war, hatte die Spannungen in der Region spürbar erhöht. Derzeit sind die USA neben Südkorea und anderen Ländern bemüht, Nordkorea auf diplomatischem Weg zum Abbau seines Atomwaffenprogramms zu bewegen.

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