Beruhigung der heiß gelaufenen Konjunktur
China lockt Investoren in Scharen an

Chinas Führung überlässt das Image des Landes nicht gern dem Zufall. „Wir setzen zu einer sanften Landung an, die ersten Ergebnisse sind sehr ermutigend“, beschrieb Notenbankchef Zhou Xiaochuan beim Jahrestreffen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel jüngst die Fortschritte, die Chinas Regierung bei der Beruhigung ihrer heiß gelaufenen Konjunktur erzielt.

HB PEKING. Die Notenbanker aus aller Herren Länder hörten das gerne. Die offizielle Darstellung Chinas stößt auf williges Gehör. „Das Bremsmanöver der chinesischen Regierung hat die Gefahr einer harten Landung drastisch reduziert“, pflichtet Yukon Huang bei, der Chef der Weltbank in China. Auch die HSBC-Bank, bislang mutigste und auch erfolgreichste Auslandsbank im Reich der Mitte, stimmt bei: „Ängste, dass China voll in die Eisen steigt und eine harte Landung erlebt, sind unbegründet“, sagt deren China-Analyst Qu Hongbin.

Die Auslands-Investoren, deren Fertigungsstätten über die Hälfte zu Chinas massiven Exporten beisteuern, sind begeistert und kommen in Scharen. „Wir haben jede Menge Anfragen“, sagt Peter Schmidt, General Manager bei Dresdner Kleinwort Wasserstein in Peking. In der Tat: Die Investitionen des Auslands stiegen im ersten Halbjahr auf 34 Mrd. $, teilte das Handelsministerium mit. Im Gesamtjahr 2003 waren sie um 7,5 % auf 53 Mrd. $ gewachsen.

Andy Xie, der China-Stratege bei Morgan Stanley in Hongkong, registriert in seinen Seminaren derzeit „drei bis vier Mal so viele Zuhörer“, wenn er über China redet. Doch Xie findet die Euphorie verdächtig. Er sagt China voraus, „die dritte große Enttäuschung in dieser Generation in Asien nach Japan und Südostasien“ zu werden. Seit er die delikate Vorhersage wagte, ist der Zugang zu seinem heiklen Artikel im Internet in China gesperrt.

Eines von Xies zentralen Argumenten lautet: Weil China seine Währung an den Dollar gekoppelt hat, muss das Land bei Zinsanhebungen der Fed mitziehen. Weil aber begonnene und noch nicht verkaufte Immobilien-Projekte in China etwa 600 Mrd. $ binden – rund 35 % des BIP – könnte ein Zinsanstieg um 200 Basispunkte den Schuldendienst der Immobilienentwickler um 12 Mrd. $ verteuern.

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