Beschaffungsprobleme
Hinrichtung mit geheimem Giftmix in den USA misslingt

Die USA haben Probleme damit, Medikamente für die Hinrichtung per Giftspritze zu beschaffen. Deshalb experimentieren viele Bundesstaaten mit Giftmischungen unbekannter Herkunft. In Oklahoma ging das schief.
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Oklahoma CityBei einer Hinrichtung im US-Staat Oklahoma ist es zu Problemen mit einem neuen Giftmix gekommen. Rund 20 Minuten nach Verabreichung des ersten Medikaments sei die Exekution von Clayton Lockett am Dienstag unterbrochen worden, sagte der Direktor des Strafvollzugs, Robert Patton. Als dann alle drei Wirkstoffe injiziert wurden, starb er demnach an einer Herzattacke.

Die Exekution begann den Angaben zufolge um 18:23 Uhr (Ortszeit). Ein Arzt erklärte Lockett zehn Minuten später für bewusstlos. Doch rund drei Minuten danach begann der Todeskandidat schwer zu atmen, sich auf der Bahre zu krümmen, die Zähne zusammenzubeißen und zu zittern.

Der 38-jährige Lockett wurde für schuldig befunden, eine 19-Jährige ermordet zu haben. Nach dessen misslungener Hinrichtung wurde die ebenfalls für Dienstagabend vorgesehene Exekution des verurteilen Mörders Charles Warner ausgesetzt.

Erst vergangene Woche hatte das Oberste Gericht von Oklahoma einen Antrag auf Hinrichtungsaufschub abgelehnt. Die Todeskandidaten hatten gegen die Geheimhaltung der Herkunft der Gift-Cocktails geklagt.

Einem Bericht der "New York Times" zufolge sollten beide Gefangenen ursprünglich bereits im März hingerichtet werden. Doch offiziellen Angaben zufolge sei es den Behörden nicht gelungen, rechtzeitig die Giftstoffe zu kaufen. Später erklärte Oklahoma, es habe einen zugelassenen Hersteller gefunden, der den Giftmix bereitstellen werde. Dessen Identität blieb im Dunkeln.

US-Staaten, in denen es die Todesstrafe gibt, haben seit mehreren Jahren Probleme damit, ihre Giftspritzen zu füllen. Denn europäische Pharmaunternehmen weigern sich inzwischen, die entsprechenden Stoffe zu liefern. Das führte dazu, dass die Ärzte bei den Hinrichtungen mit immer neuen Medikamenten-Kombinationen experimentieren.

Der "New York Times" zufolge beziehen Oklahoma und andere US-Bundesstaaten ihre Gift-Cocktails inzwischen bei Laboren, die Medikamente auf Bestellung mischen. Die Beamten hätten am Dienstag geschworen, das Gift sei auf legalem Wege bei zugelassenen Apotheken beschafft worden, und das Verfallsdatum sei nicht abgelaufen gewesen.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
Annika Reinert
Petrina Engelke
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

Kommentare zu " Beschaffungsprobleme: Hinrichtung mit geheimem Giftmix in den USA misslingt"

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  • Wenn man schon töten muss, dann kurz und schmerzlos. Die archaischen Methoden, bei denen das Blut zwar in Strömen fließt, waren hierfür bestens geeignet.
    Fallbeil, Schwert . . . sehen zwar brutal aus, sind jedoch sehr "sanft" und schnell wirksam.
    Trotzdem bleibt ein Hinrichtung ein Tötungsdelikt. Haben wir, außer in kriegerischen Auseinandersetzung und in Notwehr, das Recht dazu, einem anderen Menschen das Leben zu nehmen? Wird derjenige damit nun bestraft oder gar erlöst und die Schuld liegt anschließend auf den Richtern? Die Todesstrafe ist eher eine enorme Belastung für die Vollstrecker. Im Kampf und im Kriegsrecht lässt sie sich nicht umgehen. Im zivilen Recht kommen Zweifel auf. Ein Staat der hier tötet, wird bald schon die Gesetze so wenden, dass selbst bei einem Ladendiebstahl der Kopf rollt.

  • Auch staatliche Mörder sind und bleiben Mörder. Das trift für mich ebenfalls für jeden Soldaten und jeden bewaffneten Staatsdiener zu, der nicht in Selbstverteidigung handelt. Es ist etwas abseits vom Thema, aber aktuell. Jeder Auslandseinsatz ist für mich keine Selbstverteidigung, wie auch immer man es auslegen will. Ein Land wie die USA rechtfertigt staatlich angeordnete Morde an Gegner mit Selbstverteidigung und hält die Todesstrafe für ein Menschenrecht. Ich finde es Menschenverachtend und rückständig.

  • Ist das eine Filmbesprechung eines neuen perversen Horrorfilms aus Hollywood?

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