„Beschimpfung“ des Präsidenten
US-Botschafter schickt Sigmar Gabriel Retourkutsche

In außergewöhnlich scharfer Form hat der US-Botschafter in Deutschland, William Timken, ein Mitglied der Bundesregierung attackiert. Die Kritik von Umweltminister Sigmar Gabriel an der Klimaschutzpolitik von US-Präsident George W. Bush sei „nicht gerechtfertigt, nicht hilfreich“, erklärte Timken am Freitag in Berlin.

ap BERLIN. Gabriel (SPD) hatte am Vortag kritisiert, Bush hinke mit seinen Vorschlägen den Problemen hoffnungslos hinterher. Seine Rede folge dem Motto: „Verlieren statt Führen - losership statt leadership“.

Timken erklärte, solche Bemerkungen trügen nicht positiv zu den Bemühungen der internationalen Gemeinschaft bei, einen Konsens über eine effektive Senkung des Klimagas-Ausstoßes zu erreichen. Bush setze sich für die Festlegung aggressiver, aber realistischer Ziele ein. „Des weiteren glauben wir nicht, dass die Beschimpfungen durch Umweltminister Gabriel in den starken und produktiven Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland angebracht sind“, erklärte der Botschafter.

Bush hatte am Mittwoch erklärt, eine Verringerung der CO2-Emissionen in den USA vor 2025 sei nicht geplant, ebenso wenig gesetzlich festgelegte Obergrenzen. Der Schadstoffausstoß der Energieversorger werde in zehn bis 15 Jahren seinen Höhepunkt erreichen und sich erst danach verringern. Gabriel hatte dies auf der Internet-Seite seines Ministeriums als „Neandertal-Rede“ gebrandmarkt.

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