Beschleunigung des Präsidentschaftsrennen: Bush gibt sich kämpferisch

Beschleunigung des Präsidentschaftsrennen
Bush gibt sich kämpferisch

US-Präsident George W. Bush ist am Montag (Ortszeit) mit einer kämpferischen Rede in das Rennen um das Weiße Haus eingestiegen. Vor republikanischen Gouverneuren zog Bush am Abend in Washington eine positive Bilanz seiner bisherigen Amtszeit von der Terrorbekämpfung bis hin zur besseren Gesundheitsfürsorge für ältere Bürger.

HB WASHINGTON. Zugleich griff Bush seine Gegner an, die keine Konzepte hätten. Es war das erste Mal, dass Bush direkt auf seine demokratischen Herausforderer im Wahlkampf einging.

Die Präsidentenwahl im November sei eine „Wahl zwischen einem Amerika, das die Welt mit Stärke und Zuversicht führt, und einem Amerika, das im Angesicht der Gefahr unentschlossen ist“, sagte Bush. Ohne ihn beim Namen zu nennen, griff Bush erstmals öffentlich Senator John Kerry an, der als aussichtsreichster Bewerber um die demokratische Präsidentschaftskandidatur gilt. In der Wählergunst liegt Bush hinter Kerry und dem zweiten möglichen demokratischen Herausforderer bei der Präsidentenwahl, Senator John Edwards.

Nach jüngsten Umfragen würden die beiden verbliebenen Hauptkandidaten im Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur, die Senatoren John Kerry und John Edwards, Bush schlagen, wenn die Wahl derzeit stattfände. Die US- Bürger entscheiden am 2. November, wer in den kommenden vier Jahren im Weißen Haus regiert. Bei den Vorwahlen im demokratischen Lager ist Kerry schon frühzeitig klar in Führung gegangen, und nach Angaben republikanischer Wahlkampfstrategen hat dies Bush bewogen, früher als bisher vorgesehen in die Offensive zu gehen. So soll bereits in der nächsten Woche auch ein Pro-Bush-Werbespot im US-Fernsehen anlaufen.

„Wir stehen bereit, diese Nation auch in den nächsten vier Jahren anzuführen“, erklärte Bush in seiner Rede vor den Gouverneuren. Das werde nicht nur sicherstellen, dass Feinde des Landes wie Terroristen weiter zur Flucht gezwungen oder gefasst würden. Es garantiere auch eine bessere wirtschaftliche und soziale Zukunft auf der Basis von klaren Prinzipien und Wertebewusstsein. „Was wir bisher von unseren Gegnern gehört haben, enthielt nicht sehr viele Ideen zur Terrorbekämpfung und zu wirtschaftlichen Chancen“, sagte der Republikaner. „Alles, was wir bisher gehört haben, war eine Menge Bitterkeit und parteiischer Zorn“.

Mit seiner rund 40-minütigen Rede läutete Bush eine neue Phase des Wahlkampfs ein. Sein Wahlkampfteam hatte zuvor erklärt, Bush werde sich künftig offensiver und energischer präsentieren und angemessen auf die Kritik seiner Herausforderer reagieren. „Unsere Kontrahenten haben nicht viel geboten, was Strategien zum Gewinnen eines Krieges oder zur Ankurbelung unserer Wirtschaft betrifft“, sagte Bush vor rund 1 400 Zuhörern. Bislang habe er nur Verbitterung und Verdruss vernommen. „Verdruss ist für die Zukunft Amerikas nicht auf der Tagesordnung.“ Die einzelnen demokratischen Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur seien für oder gegen Steuersenkungen, für oder gegen den Irak-Krieg, für oder gegen das Nafta-Freihandelsabkommen, erklärte Bush. „Und da ist nur ein Senator aus Massachusetts“, fügte er unter Anspielung auf Kerry hinzu.

Bush zog eine positive Bilanz seiner Amtszeit und verteidigte den Kampf gegen den internationalen Terrorismus, den Irak-Krieg und den Sturz des früheren irakischen Präsidenten Saddam Hussein. „Andere hätten anders entschieden. Nun stimmen sie in dem Punkt überein, dass die Welt besser ist, nachdem Saddam entmachtet wurde. Vielleicht haben sie gehofft, dass er bei den nächsten irakischen Wahlen verliert“, erklärte Bush mit Blick auf die Kritik der Demokraten an seinem Irak-Kurs.

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