Beschwerde bei WTO eingelegt
EU verklagt USA im Hormonfleisch-Streit

Im Streit um das EU-Einfuhrverbot von Hormon-Rindfleisch hat Brüssel knapp eine Woche nach den US- Präsidentenwahlen vor der Welthandelsorganisation WTO eine Beschwerde gegen die USA und Kanada eingereicht.

HB BRÜSSEL/WASHINGTON. Die EU sei am Montag vor die Welthandelsorganisation WTO in Genf gezogen, teilte die Sprecherin von EU-Handelskommissar Pascal Lamy in Brüssel mit. In dem seit Jahren dauernden Konflikt ist die EU der Ansicht, mit ihrem Einfuhrverbot für hormonbehandeltes Rindfleisch aus den USA mittlerweise den WTO-Regeln zu entsprechen. Der Bann Brüssels betrifft bestimmte wachstumsfördernde Hormone.

Der Sprecher des US- Handelsbeauftragten, Richard Mills, sagte unterdessen in Washington, an der damaligen Sachlage habe sich nichts geändert Die jährlichen US-Sanktionen von 116,8 Mill. $ (92 Mill. €) und 11,3 Mill. Kanada-Dollar (7 Mio Euro) seien nicht mehr gerechtfertigt und müssten abgeschafft werden, erklärte Lamy. Die Sanktionen treffen EU-Produkte wie Textilien, Senf, Fleisch oder französischen Roquefort-Käse.

Die WTO hatte den USA und Kanada Ende der 90er Jahre erlaubt, in dem Hormonfleisch-Streit diese Sanktionen zu erheben, da die damalige EU-Gesetzgebung nicht WTO-Regeln entsprach. Mills' Sprecher sagte, das EU-Einfuhrverbot sei weiter in Kraft, „und es ist nach wie vor wissenschaftlich nicht gestützt“. Die Hormonmengen, über die die EU besorgt sei, „sind ungefähr 50 Mal geringer als die zulässige tägliche Dosis und stellen einen kleinen Teil dessen dar, was auf natürliche Weise in einem Ei oder einem Glas Milch vorkommt.“

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