Besorgniserregende Lage
Mehr deutsche Hilfe für den Sudan

Um eine Million auf fünf Millionen Euro hat die Bundesregierung ihre Soforthilfe für den Westsudan aufgestockt. Gleichzeitig beschrieb sie die Lage in dem Krisengebiet als äußerst Besorgniserregend. Rund zwei Millionen Menschen sind dort auf der Flucht vor der Armee und arabische Milizen.

HB BERLIN. Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) mahnte in der ARD: „Es darf nicht wieder passieren, dass alle Augen auf andere Konflikte gerichtet sind und Afrika vergessen wird.“ Nach Angaben des Auswärtigen Amtes vom Freitag in Berlin planen die Vereinten Nationen, die USA und die EU für den 1. Juli eine Geberkonferenz.

Seit Monaten gehen arabische Milizen in der Region Dafur mit Hilfe der Armee gegen die schwarzafrikanische Bevölkerung vor. Tausende Menschen wurden ermordet oder vertrieben. Das UN-Kinderhilfswerk befürchtet wegen der dramatischen Zustände in den Flüchtlingslagern ein Massensterben. Der Malteser Hilfsdienst rechnet mit der größten Flüchtlingskatastrophe seit zehn Jahren. Auch die Johanniter warnten, die Situation für die zwei Millionen Flüchtlinge spitze sich zu.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte, die humanitäre Hilfe müsse dringend vor Beginn der Regenzeit ankommen. Jetzt sei die sudanesische Regierung gefordert. Diese hatte angekündigt, den Zugang zu dem Krisengebiet zu erleichtern. Berlin dringt darauf, dass sich der UN-Sicherheitsrat weiter vorrangig mit dem Konflikt befasst. An diesem Montag werde sich das Gremium unter deutschem Vorsitz in New York mit Nichtregierungsorganisationen treffen, hieß es.

Laut UNICEF sind rund 700 000 Menschen ohne ausreichenden Zugang zu sauberem Wasser. Jedes fünfte Kind sei akut mangelernährt und damit besonders anfällig für Durchfallerkrankungen, die tödlich seien könnten.

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