Bestätigung des Krankenhauses
Jassir Arafat ist tot

Palästinenser-Präsident Jassir Arafat ist tot. „Arafat ist am 11. November 2004, um 03.30 Uhr im Militärhospital Percy, Clamart, gestorben“, sagte am Donnerstag Christian Estripeau, Chefarzt der Klinik. Palästinenser- Vertreter bestätigten die Angaben.

HB RAMALLAH. „Die Palästinenser-Führung betrauert Jassir Arafat, der heute Morgen gestorben ist“, sagte Arafats Vertrauter Tajeb Abdel Rahim den Tränen nahe in Ramallah im Westjordanland. In dieser Stadt soll der 75-Jährige einem früheren Berater zufolge am Freitag auch begraben werden. Zuvor werde die Leiche zu einer Trauerfeier in die ägyptische Hauptstadt Kairo überführt. Sie soll ebenfalls am Freitag stattfinden. Hochrangigen Palästinenser-Kreisen zufolge wird Arafat seine letzte Ruhestätte auf dem Gelände seines Amtssitzes in Ramallah finden, wo ihn die israelische Armee in den vergangenen zweieinhalb Jahren faktisch unter Hausarrest hielt.

Der 75-jährige lag seit zwei Wochen in der Klinik bei Paris, die auf Krebs und Blutkrankheiten spezialisiert ist. Eine Hirnblutung und das Versagen mehrerer Organe hatten zuvor bereits mehrfach zu Berichten geführt, der Palästinenser-Präsident sei nicht mehr am Leben. Dies war von dem Krankenhaus und offiziellen palästinensischen Vertretern aber immer wieder zurückgewiesen worden.Es war bis zuletzt unklar, an welcher Krankheit Arafat litt.

Mit Arafats Tod eröffnet sich möglicherweise eine neue Chance für den Friedensprozess im Nahen Osten, der seit Jahren brach liegt. Israel und die USA haben den 75-Jährigen zuletzt als Hindernis für einen Frieden bezeichnet und Gespräche mit ihm ausgeschlossen. Vor Bekanntwerden der Todesnachricht sagte US-Präsident George W. Bush in Washington: „Es wird eine Möglichkeit für Frieden geben, wenn die Führung des palästinensischen Volkes einen Schritt vorwärts tut und um Hilfe für den Aufbau einer demokratischen und freien Gesellschaft bittet“, sagte Bush bei einem Treffen mit dem Nato-Generalsekretär Jaap der Hoop Scheffer. „Wenn dies geschieht - und ich glaube daran, dass es geschehen wird, weil alle Menschen sich ein Leben in Freiheit ersehnen - werden die Vereinigten Staaten von Amerika mehr als bereit sein, beim Aufbau der Institutionen zu helfen, die für eine freie Gesellschaft nötig sind, so dass die Palästinenser ihren eigenen Staat haben können.“

Arafats Lebensziel war die Schaffung eines Staates für sein Volk. In seinem jahrzehntelangen Kampf dafür stieg er von einer Ikone der Guerillakämpfer in aller Welt zu einem Friedensnobelpreisträger auf. Seit dem Scheitern eines Nahost-Gipfeltreffens in den USA im Jahr 2000 wurde der Friedensprozess jedoch wieder unter Gewalt und Terror begraben. In jüngster Zeit formierte sich auch unter den Palästinensern verstärkt Widerstand gegen Arafats Führungsstil. Seine Kritiker warfen ihm Korruption, Vetternwirtschaft und eine weitgehende Konzentration der Macht in seinen Händen vor.

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