Bestätigung
EU legt Resolutionsentwurf zum Iran vor

Die Europäische Union hat im Atom-Streit mit dem Iran der UN-Atombehörde IAEA einen Resolutionsentwurf vorgelegt. Eine mögliche Einschaltung des Sicherheitsrates ist aber nicht erwähnt.

HB WIEN/TEHERAN. In diesem Entwurf werde der Iran aufgefordert, seine nuklearen Aktivitäten einzustellen, sagte ein europäischer Diplomat in Wien. Ein IAEA-Sprecher bestätigte, bei der Atombehörde sei ein Resolutionsentwurf eingereicht worden, den der Gouverneursrat am Donnerstag erörtern werde. Über den Inhalt machte der Sprecher aber keine Angaben.

Zuvor hatte der Iran das letzte Hindernis beseitigt, um die Produktion von angereichertem Uran wieder aufnehmen zu können: In der Atomanlage Isfahan wurden die Siegel der UN-Atomaufsicht entfernt. Damit kann das Land wieder kernwaffenfähiges Material erzeugen.

Entsprechende Angaben aus Teheran wurden von der IAEA bestätigt. Der Iran hatte bereits am Dienstag angekündigt, die Arbeiten in dem bisher von der IAEA versiegelten Teil der Anlage zur Uran-Umwandlung umgehend wieder aufzunehmen.

Die IAEA habe eine Erlaubnis zur Entfernung der Siegel erteilt und bereits alle Überwachungskameras installiert, sagte der Vize-Chef der iranischen Atombehörde, Mohammed Saeedi. Der Iran hatte den Betrieb der Anlage in Isfahan am Montag wieder aufgenommen, allerdings zunächst nur in einem unversiegelten Teil.

Vorarbeit für den Bau einer Atombombe

In Isfahan kann Natururan in das gasförmige Uranhexafluorid umgewandelt werden. Dieses Gas wird anschließend in schnell drehende Zentrifugen geleitet, in denen sich die einzelnen Uranisotope voneinander trennen lassen. Für Kernwaffen wird das Isotop U-235 benötigt, das im Natururan nur zu einem sehr geringen Anteil vorhanden ist. Ziel der Anreicherung ist es also, U-235 zu separieren. Der Iran bestreitet jedoch US-Vorwürfe, Kernwaffen entwickeln zu wollen, und argumentiert, er wolle das angereicherte Uran für die Kernkraft nutzen.

Für die Europäische Union (EU) hatten neben Deutschland auch Großbritannien und Frankreich mit Billigung der USA dem Iran ein Paket von Anreizen geboten, um ihn von der Herstellung von nuklearem Brennstoff abzuhalten. Denn dieses Verfahren kann auch die Vorarbeit für den Bau einer Atombombe sein. Das jüngste Angebot hatte der Iran indes am Wochenende abgelehnt.

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