Bestechungsvorwürfe
Olmert lehnt Rücktritt ab

Der wegen Bestechungsvorwürfen ins Visier der Polizei geratene israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hat die Annahme von Geldern eingeräumt. Olmert gibt zu, Spenden für seinen Wahlkampf empfangen zu haben. Er habe jedoch niemals Schmiergelder kassiert. Auch von Rücktritt will Olmert nichts hören.

JERUSALEM. Mitten während der 60-Jahr-Feierlichkeiten zur Staatsgründung werden schwere Vorwürfe gegen den israelischen Premierminister Ehud Olmert bekannt. Der Vorwurf: Olmert soll in den neunziger Jahren mehrere hunderttausend Dollar von einem amerikanischen Geschäftsmann erhalten haben.

Am Donnerstagabend gab Olmert in einer ersten Stellungnahme zu, in seiner Zeit als Bürgermeister von Jerusalem Geld des New Yorker Geschäftsmannes Morris Talansky angenommen zu haben. Es habe sich dabei jedoch um Spendengelder gehandelt, mit denen seine Kampagnen zur Wiederwahl als Bürgermeister und Chef der Likud-Partei finanziert worden seien, sagte er im israelischen Fernsehen

„Ich habe niemals Bestechungsgelder angenommen. Nie habe ich auch nur einen Cent für mich verwendet.“ Er kündigte in seiner etwa sechsminütigen Ansprache jedoch an freiwillig zurückzutreten, sollte die Generalstaatsanwaltschaft Anklage gegen ihn erheben.

Olmerts Stellungnahme fiel auf den 60. Jahrestag der Gründung Israels. Nur wenige Minuten vor der Fernsehansprache hatte die Polizei gegenüber den Medien Einzelheiten über die Ermittlungen gegen Olmert preisgegeben. In einer Stellungnahme hieß es, der Ministerpräsident werde verdächtigt, von einem oder mehreren Ausländern große Geldsummen über einen längeren Zeitraum erhalten zu haben.

Ein Polizeisprecher gab Talansky als wichtigen Zeugen an, ebenso Olmerts langjährige Büroleiterin Schula Saken und seinen früherer Partner Uri Messer. Nach Angaben aus Justizkreisen beläuft sich die fragliche Summe auf mehrere hunderttausend Dollar.

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